V-Milch soll wie Hofer werden

Programm zum Aus für Kälbertransporte sei ein Vorbild für Vorarlberg Milch, sagen VGT und Grüne.
Schwarzach Die Verantwortungskette beim Thema Kälbertransporte dreht sich im Kreis. Wer kann etwas dagegen tun? Die Politik? Die Landwirtschaft? Die Konsumenten? Der Handel? Eine große Supermarktkette möchte nun zeigen, dass sie das Problem der Lebendtransporte von Kälbern zu bekämpfen bereit ist. Sie kündigte an, mit ihrer Biomilchlinie von Kälbertransporten zu befreien. Die Zulieferbetriebe sollen umgestellt werden, damit Kälber in den Betrieben aufgezogen werden. Im Gegenzug soll es einen Aufschlag für die Bauern geben. Der Verein gegen Tierfabriken (VGT) fordert nun Vorarlberg Milch auf, sich an dieser großen Handelskette ein Beispiel zu nehmen. „Die Vorarlberger Bevölkerung wünscht sich eine regionale Milchmarke, die ohne qualvolle Kälbertransporte ins Ausland auskommt“, ist Tobias Giesinger vom VGT überzeugt. Auch die Grünen erheben diese Forderung.
Daniel Zadra, grüner Klubobmann im Landtag, betont: „Vor eineinhalb Jahren habe ich im Fünf-Punkte-Plan für Milch ohne Kälbertransporte vorgeschlagen, dass die den Landwirten gehörende Genossenschaft Vorarlberg Milch eine Vermarktungsstruktur für das Fleisch der männlichen Kälber aufbaut. Die österreichische Handelskette Hofer setzt mit ihrer Biolinie genau das jetzt um.“ Auch Vorarlberg Milch könnte das tun.
Er erklärt das Modell von Hofer: Demnach sollen alle männlichen Jungtiere bei Kuh-, Ziegen- und Schafmilchbetrieben auf dem Hof großgezogen werden, die Kälber werden mindestens vier Monate im Geburtsbetrieb gehalten und in einem regionalen Schlachthof geschlachtet. Das Fleisch gibt es wiederum als Biomarke in den Supermärkten.
Zadra ärgert sich: „Es ist doch absurd. Wir exportieren lebende Kälber und importieren gleichzeitig massenhaft Fleisch aus dem Ausland. Dieses tierverachtende Karussell müssen wir endlich durchbrechen.“ Deshalb benötige es eine Fleischvermarktungsoffensive der landwirtschaftlichen Genossenschaft und einen modernen Schlachthof. Das Ziel müsse lauten, keine Kälber mehr aus Vorarlberg zu exportieren.
Der VGT erinnert an das Vorarlberger Kalb, das von Vorarlberg über Spanien bis in den Libanon transportiert wurde. Solche Fälle dürften nicht mehr vorkommen. „Wenn Vorarlberg Milch das Image als beliebteste Milchmarke Vorarlbergs beibehalten will, kann sie nicht einfach weitermachen wie bisher“, fordert Giesinger. Ihr komme eine entscheidende Rolle dabei zu, wenn es darum geht, die Kälbertransporte zu minimieren.