KäseStraße hat auf Wälder Alpen 15 neue Stationen

Vorarlberg / 03.09.2020 • 09:15 Uhr
KäseStraße hat auf Wälder Alpen 15 neue Stationen
Der Tisch in der Stube ist von Erinnerungen übersät, wie Alois und Anna Meusburger dem Besucher Max Bereuter (Mitte) erzählen.

Sennalpen-Wanderführer lässt in den Bergen der Region „erleben und entdecken“.

Bezau „Es war ein ausgesprochen guter Alpsommer, mit wenigen Ausnahmen gab es den Sommer über genügend Wasser und dementsprechend ein reichliches Futterangebot. Und durch einen frühen Start wurde es auch eine überdurchschnittlich lange Alpsaison“, fasst Erich Schwärzler die zu Ende gehende Saison zusammen. Seine Feststellung hat Gewicht, denn Landwirtschaft – und speziell die Alpwirtschaft – war ihm jahrzehntelang als Landesrat ein Anliegen und ist es auch heute noch, nicht zufällig wurde er nach seiner Zeit in der Landesregierung Bundesobmann der Almwirtschaft.

Wandern zu Sennalpen ist gefragt

Und als solchem bereitet ihm die Initiative der Bregenzerwälder KäseStraße große Freude, dass es dem Team um Obmann Max Bereuter und Geschäftsführerin Nicole­ Wolf-Vöhl gelungen ist, den Wälder Sennalpen-Wanderführer um 15 auf 38 Sennalpen auszuweiten. „Wir haben unseren Wanderführer genau zur richtigen Zeit wesentlich erweitert, denn es hat sich beim Freizeitverhalten von Urlaubern und Einheimischen gezeigt, dass Alpwanderungen voll im Trend sind. Durch die Bank berichten die Älpler davon, dass heuer der Gästeansturm gegenüber früheren Jahren deutlich gestiegen ist“, schildert Max Bereuter seine Beobachtungen, die sich auf viele Besuche auf den Sennalpen stützen.

Interessante Geschichten

Bei einem dieser Besuche hat ihn die VN-Heimat begleitet und Einblicke in die spannende Geschichte der Alpe Seefluh, die seit 2008 von der Familie Alois und Anna Meusburger bewirtschaftet wird, gewinnen können. 20 Kühe liefern von Mitte Mai bis Mitte September die Milch für etwa 120 Laibe Bergkäse und verschiedene Frischprodukte wie Topfen, Joghurt udgl. Zum Viehbestand zählen weiters sieben Schweine und zwei Pferde sowie einige Kälber. Rund 21 Hektar Alpweide stehen zur Verfügung.

Seit über 250 Jahren

Das traditionelle Alpgebäude steht auf rund 1300 Metern Seehöhe seit mehr als 250 Jahren – über der Türe ist die Jahrzahl 1762 eingeschnitzt – und seither hat sich strukturell kaum etwas verändert, der Käse entsteht noch immer im großen Kupferkessel auf dem traditionellen Holzfeuer und auch das Gebäude ist noch so, wie es in der längstvergangenen Ära der Wälderrepublik gebaut wurde.
Etwas hat sich im Laufe der Zeit dennoch verändert und ist ein interessanter Hinweis auf eine besondere Entwicklung: die Türstöcke wurden höher gemacht, weil auch die Menschen im Laufe der Jahrhunderte deutlich größer geworden sind. Und wenn es nach Sohn Georg geht, wird vielleicht bald eine neuerliche Erhöhung der Türstöcke ins Auge gefasst, denn er muss sich kräftig bücken, wenn er von einem Raum in den andern geht.

Der Tisch hat viel erlebt

Eine interessante Geschichte erzählt auch der Tisch in der gemütlichen Stube: Er ist übersät von geschnitzten Eintragungen – die älteste ist mit 1899 datiert. Auch der SC Bezau ist hier 1924 eingekehrt, die meisten Buchstaben bleiben jedoch geheimnisvoll. Der Tisch war viele Jahre Schmuckstück einer Stube im Schwarzenberger „Adler“. Als dann Engelbert Kaufmann dort in Pension ging, brachte er den Tisch wieder auf die Seefluh-Alpe zurück. STP