Schlammschlacht am Zanzenberg

Internationales Mountainbikerennen unter erschwerten Wetterbedingungen.
Dornbirn Nach den Mountainbike- Staatsmeisterschaften am Freitag und Samstag wurden am Sonntag in Dornbirn im Rahmen
der 22. Zanzenberg-Rennen erstmals internationale Rennen der Kategorie C1 ausgetragen. Rund 200 Sportlerinnen und Sportler aus 20 Ländern reisten in die Sportstadt, um die in dieser Saison raren UCI-Punkte zu erstreiten.
Die Mountainbikerennen am Zanzenberg haben inzwischen eine hohe Bekanntheit und Beliebtheit, einerseits wegen des stets zahlreich erscheinenden und begeisterten Publikums und andererseits wegen der kompakten und sehr anspruchsvollen Strecke. Auf das Publikum musste aufgrund des Covid-19- Schutzkonzeptes des Veranstalters RV Dornbirn verzichtet werden. Dafür wurde die Rennstrecke am dritten Renn- und Regentag zu einer grausam rutschigen, technisch anspruchsvollen und kräfteraubenden Schlammpiste. Beides schien den Athletinnen und Athleten die Freude am Rennfahren nicht zu schmälern.
Prominente Ausfälle
Den Auftakt machten die Junioren der Herren. Sechs Mal sollten sie den rund 3,5 Kilometer langen Rundkurs mit 120 Metern Anstieg bewältigen. Der Lokalmatador und Zanzenberg-König Kilian Feurstein, der bei der Staatsmeisterschaft am Freitag auf dieser Strecke den Vizemeistertitel erkämpfte, stürzte in der zweiten Runde schwer. Er musste von der bereitstehenden Bergrettung ins Krankenhaus Dornbirn gebracht und dort sofort operiert werden. Währenddessen kämpften seine Biker-Kollegen weiter gegen Regen, Matsch und Konkurrenz. Den Sieg holte sich schließlich der Schweizer Janis Baumann vor den Südtirolern Jan Laner und Tobias Oberhammer.
Die Rennen der Juniorinnen und Elite-Damen wurden gemeinsam ausgetragen. Aufgrund des Starkregens und der erschwerten Bedingungen wurde die Renndistanz der Juniorinnen auf fünf und der Elite auf sieben Runden verkürzt. Die Bedingungen verlangten sowohl den Rennfahrerinnen als auch ihrem Gerät alles ab und sorgten für zahlreiche Ausfälle, darunter auch die Mitfavoritinnen Jolanda Neff (CH), Yana Belomoina (UA) und Vize-Staatsmeistrerin Lisi Osl (AT). Bei den Juniorinnen siegte die Deutsche Kaya Pfau vor Katharina Sadnik aus der Steiermark und vor Sina Van Thiel, ebenfalls aus Deutschland.
Bei den Elite-Damen gewann eine überlegene Alessandra Keller (CH) vor der amtierenden österreichischen Meisterin Laura Stigger und der britischen Meisterin Annie Last.

Vor dem Rennen der Elite Herren ließ der Regen ein wenig nach. Was zunächst vorteilhaft schien, sollte die Bedingungen allerdings abermals erschweren. Rund 80 Starter stellten sich der Schlammschlacht, manche mit Angst und Respekt, die meisten jedoch mit Enthusiasmus. Auch bei den Herren verlangten die Bedingungen manche prominenten Opfer, die vorwiegend wegen technischer Defekte ausschieden, darunter Moritz Bscherer (AT), Maximilian Brandl (DE) und Thomas Litscher (CH). An der Spitze blieb das Rennen über lange Zeit spannend mit zahlreichen Positionswechseln. Schließlich setzte sich der Franzose Victor Koretzky vor dem Schweizer Filippo Colombo und dem italienischen Meister Gerhard Kerschbaumer durch. Das dreitägige Mountainbike Spektakel verließen alle dreckig, durchnässt und frierend, aber zufrieden und dankbar, endlich wieder ein Rennen gefahren zu sein. cth