Lecher Wahlkämpfer wollen Kassensturz
Bau von Gemeindezentrum bleibt umstritten, nächste Gemeindevertretung soll gewichtige Beschlüsse fassen.
Lech Wer schlussendlich nach der Gemeindewahl am 13. September im Stuhl des Bürgermeisters von Lech Platz nehmen darf, steht nicht fest. Darüber werden 1316 Wahlberechtigte von Lech, Zürs und Zug entscheiden. Fest steht, dass sich diesmal gleich vier Listen um die Macht in der Gemeinde ins Zeug werfen. Neben der Liste Lech von Langzeitbürgermeister Ludwig Muxel ziehen auch Bruno Strolz (Zusammen uf Weg) sowie Stefan Jochum (Unser Dorf) und Brigitte Finner (Zukunft wagen) in den Wahlkampf. Wahlkämpfende Listen gab es in Lech schon längere Zeit nicht mehr. Sowohl 2010 und 2015 stand bei der Gemeindewahl in Lech die Mehrheitswahl am Programm, das bedeutet, dass in den letzten 15 Jahren der Gemeindechef stets aus den Reihen der Gemeindevertreter gewählt wurde.

Drei Rittern um den Chefstuhl
Stichwort Langzeit: Ludwig Muxel amtiert seit dem 28. April 1993 als Gemeindechef. Um das Amt des Bürgermeisters rittern Strolz, Jochum und Muxel. Brigitte Finner fungiert lediglich als Spitzenkandidatin ihrer Liste. Vor diesem Hintergrund ging am Dienstagabend ein von VN-CR Gerold Riedmann moderierter und über VN.at und VOL.AT live übertragener VN-Stammtisch im Hotel Post über die Bühne. Eines der zentralen Themen bildete erwartungsgemäß der laufende Bau des neuen Gemeindezentrums, dessen Baukosten mit 38 Millionen Euro beziffert werden. Die drei gegen Muxel kandidierenden Listenersten sehen die Errichtung sehr kritisch. Und zwar nicht nur deshalb, weil die Gemeinde den Sparstift ansetzen muss. Muxel geht davon aus, dass jährliche „zwischen drei und sechs Millionen“ eingespart werden müssen. Dass der Großkonzern KaDeWe mit Immobilientycoon Rene Benko im neuen Zentrum seine Zelte aufschlägt, stehe keinesfalls fest. „Es wurde nichts zugesagt oder unterschrieben.“ Muxel plädierte in der Debatte ebenso wie Finner, Jochum und Strolz für einen generellen Kassasturz in der Gemeinde. Tenor: „Wir müssen über die Bücher gehen.“ Die nächste, neu gewählte Gemeindevertretung solle die kommenden Entscheidungen fällen. Was die kommende Wintersaison in Zeiten einer Pandemie anbelangt, so gaben sich alle Parteienvertreter vorsichtig optimistisch. „Wir müssen so viel Sicherheit wie nur möglich schaffen.“ VN-TW, GMS
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