Vorhang auf für ein junges Publikum heißt es ab heute beim Theaterfestival Luaga&Losna in Feldkirch
Matthias Bitschnau (36), Obmann des Verein Luaga&Losna, gibt Einblicke in die schwierigen Vorbereitungen und in seine Arbeit.
Feldkirch Es war aufregend und angespannt, das Abwarten, ob das Festival Luaga&Losna heuer überhaupt stattfinden kann und wenn ja, unter welchen Bedingungen. Nach der langen Zeit der Planungsunsicherheit und dem Ausfall aller Veranstaltungen im Juni können nun die geplanten Events im September von heute Dienstag, 1. September, bis Samstag, 5. September, über die Bühne gehen. Das Festival wurde ursprünglich im Jahr 1988 vom Theater der Figur unter der Obhut von Johannes Rausch gegründet und ist somit das älteste Kinder- und Jugendtheaterfestival Österreichs. Seit letztem Jahr ist Matthias Bitschnau Obmann des Vereins. Die VN-Heimat sprach mit dem ambitionierten Kunstvermittler über die veränderten Rahmenbedingungen im Zuge der Covid19-Krise und neue Pläne.
War die Planungsungewissheit sehr belastend?
BITSCHNAU Gerade bei der Erstellung des Programms würde ich das schon sagen. Zumal viele internationale Theater recht früh gebucht und Verträge aufgesetzt werden müssen. Allerdings waren alle Beteiligten überaus kooperativ, weshalb wir auch zum jetzigen Zeitpunkt, bedingt durch die Absage im Frühjahr, auch noch Reserven für Ausfälle hätten.
Welche Gruppen mussten absagen?
BITSCHNAU Das Theater Cie Elefanto aus Frankreich musste leider aufgrund zu hoher Covidzahlen in ihrem Heimatort den Auftritt absagen. Bei der schwedischen Tanzgruppe ZebraDans hoffen wir natürlich bis zuletzt auf negative PCR-Tests. Alle weiteren Vorstellungen sollten zum derzeitigen Zeitpunkt planmäßig durchgeführt werden können.
Welche Schwerpunkte werden von Ihnen in Feldkirch gesetzt?
BITSCHNAU In Feldkirch liegt der Schwerpunkt eher auf nonverbalem Theater, wie zum Beispiel das Tanztheater. Ich hoffe, das Wetter spielt in Feldkirch am Dienstag und Donnerstag jeweils am Vormittag mit, damit das Straßentheater „Hühnchens neue Welt“ aufgeführt werden kann. Zu viel will ich allerdings darüber nicht verraten, aber es könnte ein wenig martialisch werden.
Wie gefällt Ihnen Ihre Arbeit als Obmann von Luaga&Losna?
BITSCHNAU Ich arbeite und organisiere das Festival sehr gerne. Das Organisationsumfeld ist sehr familiär und gut eingespielt. Mit unserem Festivalgründer Johannes Rausch und der langjährigen Kuratorin Sabine Wöllgens haben wir zwei sehr theatererfahrene Vorstandsmitglieder und seit diesem Jahr eine neue Festival-Organisatorin, Veronika Maurer, mit denen die Arbeit eigentlich leicht von der Hand geht.
Was für eine Bedeutung hat für Sie das Kinder- und Jugendtheater?
BITSCHNAU Theater soll ein Anstoß dafür sein, über Dinge zu reden, über die sonst vielleicht nicht geredet würde. Wenn Eltern mit ihren Kindern Aufführungen besuchen, dann kann dieser Theaterbesuch zu einer Gesprächsbasis zwischen den Generationen werden.
Welche Pläne haben Sie für die Zukunft?
BITSCHNAU Ich würde mir wünschen, mehr junge Leute für die Mitgliedschaft und Mit- oder Zusammenarbeit in unserem Verein zu finden und zu motivieren. Da das Festival noch lange bestehen soll, braucht es engagierte und theateraffine Mitglieder. BI