Angst vor Hochwasser: “Rhein ist unberechenbar”

Lustenau entgeht knapp Überschwemmung. Ab Mittwoch in Vorarlberg wieder sonniger.
Lustenau, Bregenz In Vorarlberg regnete es am Wochenende fast ununterbrochen. Die andauernden Niederschläge seit Freitagabend führten zu einem deutlich gestiegenen Rheinpegel. Die Fuß- und Radwege entlang des Rheins ab der Diepoldsauer Rheinbrücke bis zum Bodensee blieben aus Sicherheitsgründen gesperrt.

Eine unruhige Nacht hatte Bürgermeister Kurt Fischer, in Lustenau war die Lage in der Nacht von Samstag auf Sonntag besonders angespannt. Ursprünglich waren 2800 Kubikmeter Wasser pro Sekunte im Rhein erwartet worden. Zum Vergleich: Beim Rheinhochwasser 1987 waren es 2260 Kubikmeter. „Mit so einer Prognose haben wir im Krisenstab noch nie zu tun gehabt“, betont Fischer. Grund zur Sorge gaben vor allem die prognostizierten starken Niederschläge in Graubünden.
Erleichterung in Lustenau
Die Lage wurde seit Freitagabend laufend beobachtet und analysiert, berichtet Mathias Speckle von der Internationalen Rheinregulierung. Während im Tessin und in Graubünden zahlreiche Erdrutsche und überflutete Straßen zu beklagen waren, gab es am Sonntagmorgen in Vorarlberg Entwarnung: Der Abfluss war deutlich geringer als ursprünglich angenommen, die Erleichterung in Lustenau laut Fischer dementsprechend riesig. „Die Unberechenbarkeit des Rheins führt vor Augen, was für ein Gefahrenpotenzial der Fluss hat und wie wichtig das Rhesi-Projekt ist“, mahnt Fischer. „Das Ärgste ist vorbei, aber die Niederschlagsmengen am Wochenende waren ungewöhnlich hoch“, resümiert Arnold Tschofen von der ZAMG (Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik).

147 Liter regnete es pro Quadratmeter von Freitag- bis Sonntagnachmittag in Bregenz, der Durchschnitt für den gesamten August betrug 177 Liter. Am Montag gibt es am Vormittag noch Nebel und Restwolken, im Bergland können Schauer auftreten. Auflockerung folgt dann ab Mittwoch mit sonnigen Phasen in ganz Vorarlberg, am Donnerstag werden Höchsttemperaturen von 21 Grad Celsius erwartet.
Feuerwehreinsätze wegen überfluteten Kellern und Straßen

Trotz des anhaltenden Dauerregens kam es in Vorarlberg zu keinen größeren Einsätzen durch die Feuerwehren, war von der Rettungs- und Feuerwehrleitstelle (RFL) in Feldkirch zu hören. Die insgesamt 43 Feuerwehreinsätze beschränkten sich laut RFL in der Hauptsache auf Überflutungen in Kellern. Betroffen waren vor allem Wolfurt, Schwarzach und Lauterach. Überflutet wurde auch die Bildsteinerstraße in Wolfurt sowie die Höchsterstraße, die in beide Richtungen gesperrt werden musste.

