Hungriger Wolf von Egg war ein Deutscher

Vorarlberg / 18.08.2020 • 19:30 Uhr
Wölfe sind in Europa wieder stark präsent. Insgesamt 20.000 der Räuber haben sich angesiedelt. Das stößt nicht überall auf große Freude. <span class="copyright">dpa</span>
Wölfe sind in Europa wieder stark präsent. Insgesamt 20.000 der Räuber haben sich angesiedelt. Das stößt nicht überall auf große Freude. dpa

Jetzt liegt die DNA-Probe jenes Tieres vor, das in zwei Koppeln sechs Schafe riss und für den Tod von zwei weiteren verantwortlich ist.

Egg Aus der Wahrscheinlichkeit ist jetzt absolute Sicherheit geworden. Bei jenem Tier, das vergangene Woche bei Egg an zwei verschiedenen Orten für den Tod von insgesamt acht Schafen verantwortlich war, handelt es sich eindeutig um einen Wolf. “Das Ergebnis der DNA-Proben wurde uns bereits jetzt vorgelegt. Es war ein einzelner männlicher Wolf, welcher an beiden Orten für den Tod der Schafe verantwortlich war”, gab Wildbiologe Hubert Schatz gegenüber den VN am Dienstag bekannt.

Die gute Nachricht

Für Schatz ist diese Erkenntnis die gute Nachricht nach der schlechten Nachricht. “Es wäre sehr beunruhigend gewesen, wären zwei Wölfe am Werk gewesen. Und vor allem: Wenn es sich dabei um ein Männchen und ein Weibchen gehandelt hätte.” 

Erkenntnisse gibt es darüber hinaus über die Herkunft des Wolfes. “Das Tier stammt aus Deutschland. Es ist aber nicht derselbe Wolf, der schon vor Monaten im Bregenzerwald aktiv war”, weiß Schatz zu berichten.

Keine Klarheit konnte hingegen über die Todesursache jenes Schafes gewonnen werden, welches im Bereich der Alpe Bullersch in halb verwestem Zustand gefunden wurde. Der Zustand des verendeten Tieres ließ keine Analyse mehr zu.

Dass es mit der DNA-Analyse der vom männlichen Wolf getöteten Schafe so schnell geht, hat selbst Hubert Schatz etwas überrascht. “Es wurde hier mit sehr viel Nachdruck gearbeitet, damit wir schnell Klarheit haben”, freut sich der Wildbiologe des Landes Vorarlberg.

Nicht sagen lässt sich, ob sich der Wolf noch in Vorarlberg befindet, oder bereits weiter gezogen ist. Bei den Wölfen, die als Wanderer weite Strecken zurücklegen und immer wieder Schafe reißen, handelt es sich zumeist um Jungtiere. Nach circa einem Jahr verlassen diese ihr Stammrudel und begeben sich auf Wanderschaft. Bemerkenswert: Es sind weniger Wölfe aus dem benachbarten Graubünden, wo seit Jahren ein Wolfspaar für Nachwuchs sorgt, sondern eher Räuber aus Deutschland, die durch Vorarlberg ziehen und bei uns für Aufregung sorgen. Wölfe sind im EU-Raum streng geschützt und dürfen nicht geschossen werden.