Lustenauer Kilbi abgesagt

Vorarlberg / 17.08.2020 • 13:34 Uhr
Lustenauer Kilbi abgesagt
Solche Bilder wird es heuer nicht geben. Die Lustenauer Kilbi, die am 11. Oktober hätte stattfinden sollen, wurde abgesagt. VN/LERCH

Corona zwingt auch das größte Volksfest des Landes in die Knie. Das Risiko wäre viel zu groß.

Lustenau Es war abzusehen, doch niemand traute es sich in Lustenau bis jetzt unmissverständlich klar zu stellen: Die Lustenauer Kilbi, das mit 15.000 bis 20.000 Besuchern größte Volksfest des Landes, muss abgesagt werden. Traditionell am zweiten Sonntag im Oktober, es wäre heuer der 11. Oktober, hätte die Kilbi stattfinden sollen. „Doch als wir uns am vergangenen Freitag mit dem Ortsmarketing zu einer Besprechung trafen, war uns gleich klar: Es geht heuer einfach nicht“, fasst Bürgermeister Kurt Fischer (57) die deprimierende gleichwohl wie alternativlose Erkenntnis zusammen.

Riesige Sicherheitsauflagen

„Wir hätten enorme Sicherheitsauflagen zu erfüllen gehabt. Das ist praktisch nicht umsetzbar, wenn wir eine Kilbi so wollen, wie wir sie gewohnt sind“, kommentiert Gebhard Hämmerle (59), seit vielen Jahren Cheforganisator des Volksfestes die auch aus seiner Sicht vernünftige Entscheidung.

Maskenpflicht, Abstandhalten, WCs mit separaten Ein- und Ausgängen und vor allem eine Registrierpflicht für alle Besucher der Massenveranstaltung: Das alles lässt sich bei der zu erwartenden Besucherschar nicht umsetzen.

Massenereignis

Auf der Kilbi gab es noch im Vorjahr 160 Stände und sechs Bars. Dazu noch die Schausteller mit ihrem vielfältigen Angebot an Schaukeln, Karussellen und anderen Attraktionen.

Die Kilbi ist nicht nur in Vorarlberg das größte Volksfest, sondern auch im Dreiländereck. Viele Besucher kommen regelmäßig aus der Ostschweiz und der süddeutschen Grenzregion. „Wir wollen keine Kilbi light. Es ist ja die Begegnung, welche unser alljährliches, großes Fest ausmacht. Und die lässt sich bei einem großen Besucherandrang nicht in Abstandregeln zwängen. Freuen wir uns jetzt einfach auf die Kilbi 2021, die dann hoffentlich wieder durchgeführt werden kann“, tröstet sich der Bürgermeister. Verständnis für die Absage habe es jedenfalls bereits von einigen Händlern gegeben, berichtet Gebhard Hämmerle. „Jetzt müssen halt alle über die definitive Absage informieren.“

Wir wollen keine Kilbi light. Es ist ja die Begegnung, die dieses Fest ausmacht.“

Kurt Fischer, Bürgermeister Lustenau

Einmal abgebrochen

Abgesagt wurde die Kilbi noch nie. „Nur einmal“, so erinnert sich Hämmerle, „es war in den 70er-Jahren, wurde das Volksfest praktisch abgebrochen, weil das Wetter miserabel war. Damals bekamen die Händler ihr Standgeld zurück. Aber die jetzige Situation ist einmalig.“