Am Arbeitsplatz angesteckt

Vorarlberg / 10.08.2020 • 19:00 Uhr
Am Arbeitsplatz angesteckt
Die Blutbank in Feldkirch kann auf treue Spender zählen. ROTES KREUZ

Die neue Woche brachte gleich zwei Neuinfektionen.

feldkirch Zwei Neuinfektionen gab es am Montag in Vorarlberg. Eine Person aus Dornbirn hat sich an ihrem Arbeitsplatz in der Schweiz angesteckt, wo eine Kollegin positiv getestet worden war. Eine weitere Infektion wird aus Schruns gemeldet. Damit sind aktuell 25 Menschen aktiv am Virus erkrankt. Die bessere Botschaft an diesem Tag: Mehr als 120 Konserven mit dem Blutplasma von 45 Covid19-Patienten, die sich von ihrer schweren Infektion erholt haben, lagern tiefgekühlt im Medizinischen Zentrallabor im Landeskrankenhaus Feldkirch. Gebraucht wurden die Plasmaspenden bislang nicht. “Es gab in den vergangenen Wochen kaum stationäre Patienten mit Covid19”, erklärt Abteilungsleiter Primar Peter Fraunberger und ergänzt: “Wir sind aber vorbereitet, sollte Bedarf an einer Plasmaspende bestehen.”

Zwei Jahre haltbar

Als erste Erfolge bei der Behandlung von Covidinfizierten mit dem sogenannten Rekonvaleszentenplasma bekannt wurden, rief auch das Rote Kreuz in Vorarlberg Covid19-Genesene zur Spende auf. Die in ihrem Blutplasma vorhandenen Antikörper können schwer erkrankten Personen nämlich dabei helfen, die Infektion zu besiegen. Damals meldeten sich 45 Personen, von jedem Spender konnten drei Blutplasma-Einheiten hergestellt werden, die jetzt buchstäblich auf Eis liegen. Sie sind zwei Jahre haltbar und können bei Bedarf auch zur Behandlung anderer Erkrankungen eingesetzt werden. “Die Spende ist also mit Sicherheit nicht umsonst”, beruhigt Fraunberger.

Einen Haken hat die gute Sache: Es ist noch zu wenig bekannt, wie lange die Antikörper tatsächlich einen wirksamen Schutz gegen das Coronavirus bieten. Laut Peter Fraunberger sind dazu Messungen geplant. Dieses Vorhaben sei jedoch noch nicht umgesetzt. Es bestehe derzeit kein Handlungsbedarf.

Keinerlei Probleme gibt es bei den Blutspenden, für die bekanntermaßen besondere Vorsichtsmaßnahmen gelten. “Wir führen regelmäßig Blutspendeaktionen durch, haben treue Spender und deshalb keinen Mangel an Blutkonserven”, bestätigt Fraunberger. Es war aber auch nicht so, dass aufgrund des eingeschränkten Behandlungsangebots in den Spitälern weniger Blut gebraucht worden wäre. “Es wurden zwar geplante große Operationen zum Teil verschoben, die onkologischen Eingriffe fanden trotzdem statt”, sagt der ZML-Leiter. Neben den Krebspatienten benötigen oft auch Opfer von Unfällen viel Blut. “Beide Gruppen sind auch während Corona behandelt worden”, betont Fraunberger.