Abbruch und Neubau für Kloster Gaißau

St. Josefshaus aus 1907 wird zum Alterssitz für Schwestern. Mehr Platz für Pflegebetten.
GAISSAU Das Kloster St. Josefshaus in Gaißau wird im kommenden Jahr abgebrochen und dann durch einen Neubau ersetzt. Der Orden der Franziskaner Missionsschwestern hat mit der Stiftung Liebenau vereinbart, die Klosterliegenschaft der Gemeinde zu übergeben. Im künftigen Neubau entstehen alterstaugliche Wohnungen für die Gaißauer Schwestern und die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf Frastanz.
Nach Aussagen von Bürgermeister Reinhold Eberle in der jüngsten Gemeindevertretungssitzung stellt dieses Vorhaben einen ersten Schritt für ein künftiges Wohnbetreuungsangebot in Gaißau dar. Zudem soll im Pflegeheim der Stiftung Liebenau die Kapazität auf 60 Betten erweitert werden. Diese Grundsatzentscheidung fiel nach einer Ideenwerkstatt mit allen Beteiligten. Das Konzept soll von einem Architekten aufgenommen und in der konkreten Planung ausgearbeitet werden.

Begegnungszone
Im Neubau, der anstelle des Klosters entsteht, sollen auch für die Gemeinde nutzbare Räumlichkeiten geschaffen werden. Wie Bürgermeister Eberle berichtete, bestehen auch Pläne für einen Veranstaltungssaal, ein Tagescafé sowie Räumlichkeiten für Arztpraxen und eine neue Kapelle für die Schwestern. Der Bereich der Kirchstraße zwischen Pfarrkirche, Pflegeheim, Pfarrhaus und Gemeindeamt könnte als Begegnungszone gestaltet werden.
Die Gaißauer Schwestern, wie sie lang genannt worden sind, gründeten das Kloster im Jahr 1907. Das Alten- und Pflegeheim entstand 1980, der Orden übergab dieses Haus 1999 der christlich orientierten Stiftung Liebenau, die seit 1998 auch in Österreich als St.-Anna-Hilfe tätig ist. Das Josefshaus wurde vor zehn Jahren umfassend saniert und bietet aktuell 44 Plätze für Dauer- und Kurzzeitpflege ebenso wie Tagesbetreuung.
Die Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf haben ihren Hauptsitz längst in das Bernardaheim in Frastanz verlegt. In Gaißau leben derzeit lediglich noch sieben Angehörige des Ordens, zusätzlich fünf als Bewohnerinnen des Pflegetrakts. Vor wenigen Jahren waren noch mehr als 20 Schwestern in Gaißau aktiv. Nach dem vorgesehenen Neubau werden betagte Klosterfrauen aus Gaißau und aus Frastanz ihren Alterssitz in Gaißau finden. Weltweit gehören noch knapp 600 Gaißauer Schwestern dem Orden an. AJK