Tierschutz vor Recht im Gesundheitsministerium

Hinter den Kulissen: Minister sucht zuerst Platz für Parteifreundin.
Wien Tierschutz vor Recht – im Gesundheitsressort wird kräftig umgebaut. Das hat Minister Rudolf Anschober (59, Grüne) zumindest so angekündigt. Manche würden es Umfärben nennen. Bekanntlich ist während der Coronapandemie einiges nicht so gut gelaufen. Verordnungen waren unleserlich, andere Bestimmungen wurden vom Höchstgericht aufgehoben. Anschober möchte nun die Ressortreform seiner Vorvorgängerin Beate Hartinger-Klein (60, FP) rückgängig machen. Was für Aufregung sorgt: Während die Sektion IX für Öffentliche Gesundheit, Lebensmittel-, Medizin- und Veterinärrecht weiterhin ohne Leitung arbeiten muss, kümmert sich Anschober um den Tierschutz. Seit Anfang Juli unterstützt die frühere Grünen-Chefin Madeleine Petrovic (64) das Ministerium in dieser Angelegenheit. In der Beamtenschaft brodelt es. „Warum mitten in der Coronakrise zuerst den Tierschutz stärken?“, fragt man sich dort. Auch die Opposition zweifelt: Während der Sektion Recht seit Monaten die Leitung fehlt, sei es wichtiger, Petrovic beim Tierschutz unterzubringen, sagt Gerald Loacker (46, Neos).