Stillstand im Lecher EKZ-Projekt

Vorarlberg / 30.07.2020 • 18:20 Uhr
Stillstand im Lecher EKZ-Projekt
Die Gemeindevertretung überlässt die Entscheidung ihren Nachfolgern. VN/STEURER

Entscheidung über Handelsflächen-Verwendung soll nach den Wahlen erfolgen.

Lech Bei der gestrigen Gemeindevertretersitzung in Lech wurde intensiv über das geplante bzw. im Bau befindliche und rund 38 Millionen Euro teure Gemeindezentrum diskutiert. Anlass war, dass im Dorf bekannt wurde, dass sich der Ka-De-We-Konzern von Rene Benko im Gebäude 2500 Quadratmeter an Verkaufsfläche sichern wollte, was unter den Lecher Handelstreibenden für Verunsicherung sorgte. Bereits im Vorfeld wandten sich die Handelstreibenden mit einem offenen Brief und einem noch unbeantworteten Fragenkatalog an Bürgermeister Ludwig Muxel.

Neue Interessenten

“Aufgrund der medialen Berichterstattung (die VN berichteten mehrfach) haben sich neue Interessenten mit Angeboten gemeldet”, informiert der Bürgermeister. “Auch der Lecher Handel wurde nun gebeten, entsprechende Angebote abzugeben.” Die Gespräche mit der Ka-De-We-Gruppe seien zudem noch am Laufen, so der Bürgermeister. Da die Situation nun neu geprüft werden muss, schlug Muxel vor, die Entscheidung zu vertagen. Nach eingehender Diskussion entschieden sich die Volksvertreter dafür, die Klärung der weiteren Vorgehensweise auf die Zeit nach den Wahlen zu vertagen und somit die Entscheidung der neu gewählten Gemeindevertretung zu überlassen.

16 Parkplätze mehr

Weiters gab Projektleiter Michael Haßler einen Einblick in den aktuellen Baustand. So ist die Baugrube zu großen Teilen fertiggestellt, wobei der Grundwasserspiegel, das Bachbauwerk der Lech und die Felssituation zu einer kleinen Verzögerung geführt hatten. Dafür habe sich bei den Bauarbeiten aber auch ein Hohlraum aufgetan, welcher eine Vergrößerung der Grundfläche möglich macht. “Der Rohbau würde bei einer Erweiterung 984.000 Euro mehr kosten, dahingegen würde das Befüllen der Hohlräume Mehrkosten von 500.000 Euro verursachen”, informierte Haßler. Die Gemeindevertretung entschloss sich für die erste Variante mit der Möglichkeit, die gewonnenen Parkflächen weiterzuverkaufen oder zu vermieten. In der dritten Bauetappe soll nun der Rohbau folgen.