Zentrale Rolle für Rankler Liebfrauenberg

Im Rahmen der Zentrumsentwicklung in Rankweil soll auch das Mesnerhus in den Fokus rücken.
Rankweil Der Liebfrauenberg samt der Basilika sind in Rankweil unübersehbar. Die Bergkirche thront über der Vorderlandgemeinde. Kein Wunder, dass im Rahmen der seit Jahren laufenden Überlegungen zu einer Umgestaltung und Attraktivierung des Zentrums der Liebfrauenberg eine im wahrsten Sinn des Wortes zentrale Rolle spielt. In Rankweil läuft derzeit ein großer Bürgerbeteiligungsprozess, bei dem Konzepte und Ideen für unterschiedliche Bereiche der Gemeinde entwickelt werden. Im Fokus stehen die Bahnhofstraße, die Ringstraße um den Berg und der Liebfrauenberg selber.
Eine wichtige Rolle am Liebfrauenberg wird dabei das Mesnerhus spielen, das direkt am Kirchplatz der Basilika am Berg liegt. Hier wurden bereits seit Jahrhunderten die Pilger verköstigt. “Die Pilger mussten nüchtern die Messe besuchen”, erzählt der heutige Mesner Martin Salzmann: “Deshalb hat man ihnen nach der Messe eine einfache Kost zukommen lassen. Etwa Kaffee und Brot.” Salzmanns Mutter führte später ein Café im Mesnerhus, mit ihrer Pensionierung 1995 endete diese Geschichte. Jetzt, 25 Jahre später, soll sich das wieder ändern, die Bevölkerung ist aufgerufen, an einer Neugestaltung des Mesnerhus sowie des Mesnerstübles mitzuwirken. Am Freitag, 31. Juli, gibt es dazu eine Veranstaltung, bei der ein entsprechendes LEADER-Projekt präsentiert wird. Ab Samstag, 1. August, öffnen sich zudem die Tore des Mesnerhus wieder, eine Ausstellung zur Geschichte des Pilgerns nach Rankweil wird gezeigt.
Ideen und Visionen
Konkrete Ideen sind aber auch schon vorhanden. So soll eine Pilgerherberge im Mesnerhus unterkommen, in der die immer zahlreicher werdenden Jakobsweg-Wanderer auf ihrem Weg eine günstige Übernachtungsmöglichkeit erhalten sollen. Außerdem soll es wieder ein Café für Kirchbesucher geben, in dem auch kulturelle Veranstaltungen stattfinden sollen.

Ambitioniert ist auch das Vorhaben, den Liebfrauenberg barrierefrei erreichbar zu machen. Es gibt die Vision, per Lift vom tiefer liegenden Zentrum auf den Kirchplatz und in die noch höher liegende Kirche zu kommen. “Dann könnten wir auch den Kirchplatz autofrei gestalten”, sieht Salzmann hier Vorteile. Zudem sollen die vier, oft ziemlich verborgenen Zugänge hinauf auf den Berg deutlich sichtbarer und attraktiver gemacht werden. “Derzeit ist die stark befahrene Ringstraße fast schon ein Riegel”, erklärt Salzmann. Zudem sollen die Gärten weiterentwickelt werden.
“Alles was bisher am Tisch liegt sind Vorschläge und Diskussionsgrundlagen”, betont Bürgermeisterin Katharina Wöss-Krall zum kompletten Beteiligungsprozess. Im Herbst stehen nochmals zwei Workshops an. Das gilt auch für das Mesnerhus. In den nächsten zwei Jahren soll mit Veranstaltungen getestet werden, was funktioniert und erwünscht ist. Danach soll das Haus nach dem Konzept, das jetzt entwickelt wird, saniert werden. Mesner Salzmann wünscht sich eines: “Die Leute sollen sich hier wohlfühlen, die Gastlichkeit soll hier erlebt werden können.”
31. Juli, 18. Uhr: Veranstaltung “Mesnerstüble gemeinsam gestalten”, 1. August, 20 Uhr: Vernissage Ausstellung “Hab an dich gedacht”, Ausstellung läuft ab 2. August bis 16. August – jeweils Samstag und Sonntag von 9.45 bis 17 Uhr