Coronacluster in Frastanz: 47 Personen unter Quarantäne

Der Covid19-Fall in Frastanz zieht offensichtlich größere Kreise. Das gesamte Wohngebäude wurde isoliert.
Frastanz Nach dem schweren Covid19-Fall auf einer Baustelle in Frastanz weitet sich der Fall nun scheinbar zu einem Cluster aus. Auf der Webseite der Gemeinde informiert Frastanz, dass man derzeit aktuell sechs mit dem Virus infizierte Personen in der Gemeinde zähle.
Dies bestätigte Landeshauptmann Markus Wallner soeben den VN. Schon am Dienstag war bekannt geworden, dass ein Kranfahrer positiv getestet wurde. Der Kranfahrer stamme aus dem Bregenzerwald, wurde aber von seinem Unternehmen verleast. Es handle sich bei den anderen fünf bekannt gewordenen Fällen allesamt um Bewohner eines Arbeiterwohnheimes, in dem Mitarbeiter unterschiedlicher Bauunternehmen auf engem Raum wohnen. “Die Bewohner des Stockwerks, in dem auch der Ursprungsfall wohnt, wurden unter Quarantäne gestellt und getestet. Von diesen 19 Bewohnern waren heute morgen fünf positiv”, so Wallner.
47 unter Quarantäne
Nun habe man die gesamten 47 Bewohner des Heimes unter Quarantäne gestellt, die Tests laufen. Die Beobachtungen konzentrieren sich auf das Wohnheim. “Die Strategien haben sich geändert, aktuell wird nicht an eine Gesamtquarantäne für Frastanz gedacht”, sagt Landeshauptmann Markus Wallner im VN-Gespräch. Die notwendigen Lebensmittel werden durch die Marktgemeinde Frastanz und die Aktion „Frastanz hilft“ zugestellt, erklärt die Gemeinde online.
Alle BewohnerInnen des Gebäudes werden behördlich abgesondert, erklärt inzwischen Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher per Aussendung. Sie verweist nochmals auf die Möglichkeit verstärkter Sreening-Testungen – „dies gilt besonders für Unternehmen mit sensiblen Beschäftigungs- und Wohnungssituationen“. Die Kontaktpersonen-Erhebung laufe auf Hochtouren, betroffene Unternehmen seien informiert. Von den acht Neuinfektionen stehen mindestens fünf im Zusammenhang mit einem Baugewerbecluster. Zwei weitere sind noch in Abklärung, bei einer Neuinfektion kann der Zusammenhang ausgeschlossen werden. Die drei fraglichen Infektionen sind in Bludesch, Brand und Hohenems.
Das Land führe verstärkte Screening-Testungen im Rahmen eines bundesweiten Sreening-Programms durch“, betont Landesrätin Rüscher. Besonders angesprochen werden Unternehmen, die ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen wie z.B. Leiharbeiterfirmen, Fleischzerlegungs- und verarbeitungsbetriebe, Betriebe mit Saison- oder Leasingarbeitskräften, etc. Zudem gilt dieses Angebot für Betriebe und Organisationen, die auf Grund von Wohnverhältnissen/Unterkünften ein erhöhtes Infektionsrisiko aufweisen (größere Gemeinschaftsunterkünfte). Betriebe, die meinen betroffen zu sein, können sich unter screening-betriebe@vorarlberg.at melden. Die Anfragen werden von der Sanitätsdirektion geprüft, mit dem bundesweiten Screening-Programm abgestimmt und die Testungen gemeinsam mit dem Roten Kreuz koordiniert. Entsprechend der Vorgabe des Bundes werden die Testkosten für eine Stichprobe (ca. 5,3 Prozent der Mitarbeitenden) übernommen. Sollte eine Testung weiterer Mitarbeitenden gewünscht sein, sind die Kosten vom Betrieb zu tragen. Die Kosten pro Test belaufen sich auf 45 Euro.
Intensivpatient seit Dienstag
Am Dienstag wurde bekannt, dass ein Leasingarbeiter aus Frastanz mit schweren Covid19-Symptomen auf der Intensivstation in Behandlung ist. Sechs Kontaktpersonen wurden daraufhin abgesondert, 19 Kontaktpersonen auch aus seiner Unterkunft auf den Virus getestet.
In Summe gab es seit Ausbruch der Pandemie in Frastanz bisher 25 bestätigte Fälle. 18 Personen sind genesen, eine Person ist verstorben.