Wissenschaftspreis für Ebola-Forscher

Vorarlberg / 21.07.2020 • 09:00 Uhr
Wissenschaftspreis für Ebola-Forscher
Matthias Wolf möchte die Auszeichnung nach Möglichkeit persönlich entgegennehmen. VN

Land würdigt Arbeit des in Japan tätigen Wolfurters Matthias Wolf.

Wolfurt, Okinawa In der Wissenschaftsszene ist Matthias Wolf (52) schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Für Schlagzeilen sorgte der gebürtige Wolfurter, der am Institut für Wissenschaft und Technologie in Okinawa arbeitet, vor zwei Jahren, als es ihm gemeinsam mit einem Team gelang, die Struktur des Ebola-Virus sichtbar zu machen. Inzwischen ist Wolf mit dem Coronavirus beschäftigt. Seine ebenso intensive wie erfolgreiche Forschungstätigkeit, die sich in zahlreichen Publikationen ausdrückt, blieb auch in seiner Heimat nicht unbemerkt und wird mit dem Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg honoriert. Die Verleihung findet im November statt. „Er hofft, dabei sein zu können“, sagt sein Vater, Rainer Wolf. Ob es klappt, bestimmt vermutlich das Coronavirus.

Günstiger Antikörpertest

Matthias Wolf hat ursprünglich in Innsbruck Pharmazie studiert. Er sollte die von seinem Vater Rainer Wolf (80) in Wolfurt aufgebaute Hofsteig-Apotheke übernehmen. Doch letztlich entschied sich der Sohn anders und ging an die Harvard-Universität nach Boston. Nach Boston folgte Okinawa, wo Wolf sesshaft wurde. Auch seine aus Taiwan stammende Frau arbeitet am Institut für Wissenschaft und Technologie der Universität Okinawa.

Derzeit konzentriert sich Matthias Wolf ganz auf das Coronavirus. So hat er bereits einen Antikörpertest entwickelt, der nur knapp zwei Euro kostet. „Ihm war es wichtig, dass der Test möglichst günstig ist“, erzählt Rainer Wolf. Als Nächstes hat der Spezialist für Elektronenmikroskopie die Entwicklung eines Impfstoffs gegen das Coronavirus im Plan. Ein Vorhaben, das Matthias Wolf bekanntermaßen mit vielen anderen Forschern rund um den Globus teilt.