15-Jähriger schlug Busfahrer mit Faust

Zehn Tage Krankenstand wegen Schädelprellung waren die Folge.
Feldkirch „Ich will nie mehr hier sitzen, ich bin kein Krimineller, habe meine Lebensweise geändert und schaue nach vorne. Ich habe eingesehen, dass einen die Konsequenzen früher oder später treffen“, gib sich der 15-Jährige zumindest vor Gericht reumütig. Bereits mit 14 Jahren war er mit dem Strafrecht in Konflikt geraten, einmal wurde ein Verfahren eingestellt, dann gab es eine Diversion und auch Körperverletzung war dem jungen Mann in der Vergangenheit nicht fremd. Nun hat er seine erste Vorstrafe. Eine Geldstrafe von 480 Euro, die Hälfte davon auf Bewährung, hält sich in Grenzen. Die Gerichtskosten werden ihm erlassen, die braucht er nicht zu bezahlen. Aber immerhin wurden dem Opfer, dem verletzten Busfahrer, 2200 Euro Entschädigung gezahlt.
Scheinheilig entschuldigt
Bereits im Vorfeld der Verletzung, bei welcher der Chauffeur eine Schädelprellung erlitt und eine kaputte Brille hinnehmen musste, hatte es Ärger mit dem Fahrer gegeben. Dieser nahm dem knapp 15-Jährigen deshalb die Jahreskarte ab. Der Schüler klopfte an der Bustüre, der Fahrer öffnete. Der Junge entschuldigte sich für sein freches Benehmen und bat um seine Karte, welche ihm der Fahrer aushändigte. Die Entschuldigung akzeptierte der Mann. Während der Bub mit der linken Hand die Karte entgegennahm, holte er mit der rechten aus und schlug dem Fahrer mit voller Wucht mit der Faust ins Gesicht. Draußen soll der Kumpel des Jungen gerufen haben: „Jetzt hat er es gemacht, er hat dem voll eine reingehaun.“
„Nur eine Watsche“
Der Teenager erzählt, dass er damals eine schwierige Zeit gehabt, Cannabis geraucht habe und sehr aufbrausend gewesen sei. Jetzt, so sagt er zumindest, sei er auf einem völlig neuen Weg. Wenigstens wurden die 2200 Euro Entschädigung bereits an das Opfer ausbezahlt. Die Eltern des Buben streckten das Geld vor. 600 Euro kostete die neue Brille. Während der Fahrer krankgeschrieben war, musste ein Ersatzfahrer einspringen, diesbezüglich wurden keine Kosten geltend gemacht. Zum Schlag selbst bestreitet der Angreifer, dass er mit der Faust zugeschlagen habe. „Ich bin zu hundert Prozent sicher, dass es eine Watsche war“. „Es war mit Sicherheit ein Faustschlag und zwar ein wuchtiger“, kontert das Opfer. Und auch ein unparteiischer Fahrgast bestätigt zumindest: „Der hat schon ordentlich ausgeholt.“ Mit dem Urteil sind alle einverstanden, somit ist es rechtskräftig.