Mit gedämpftem Hurra in die Sommerferien

Das Ende des heurigen Schuljahres ist verbunden mit Hoffen und Bangen.
Dornbirn, Bregenz “So gut hat es mir nicht gefallen. Wir mussten immer die Maske aufhaben und durften uns nicht umarmen.” Vorschülerin Emily von der Volksschule Haselstauden in Dornbirn denkt nicht gerne an die Zeit der strengen Coronavorschriften zurück. Das tut auch Klara nicht. “Das mit dem Umarmen war schon lästig”, seufzt sie. “Du bist halt eine richtige Schmusekatze, die das braucht”, lacht Lehrerin Renate Walser.
An der neugebauten Bildungsstätte findet die Zeugnisverteilung zum ersten Mal statt. Man wird diesen Akt gruppenweise vollziehen. Aber danach will sich die Schulgemeinschaft unter Einhaltung der Abstandsregeln wenigstens einmal noch vollzählig auf dem Schulhof treffen, gemeinsam singen, tanzen und sich unterhalten.
Von Corona überrumpelt
“Wir hatten ein schweres Jahr”, resümieren auch Bildungsdirektorin Evelyn Marte-Stefani und der pädagogische Leiter der Bildungsdirektion, Andreas Kappaurer. “Wir mussten innerhalb weniger Tage im März das System umstellen, es gab auf einmal digitalen Unterricht statt Präsenzunterricht, wir mussten Lernplattformen installieren, die Betreuung neu organisieren, einen Schichtbetrieb an den Schulen einführen, Hygieneregeln verfügen”, zählt Marte-Stefani die wichtigsten Maßnahmen auf, die gesetzt wurden. “Die Schule ist ein sozialer Ort. Wir gehen davon aus, dass wir im Herbst wieder zu einem regulären Schulbetrieb zurückkehren können”, hofft die Bildungsdirektorin. Voraussetzung dafür ist, dass die Infektionszahlen nicht wieder explodieren. Die Bildungsverantwortlichen im Land vertrauen auf das engmaschige Netz von Kontrolle und Früherkennung, in der Hoffnung, keinen kompletten Lockdown des Schulsystems mehr veranlassen zu müssen. Insgesamt 34 Infektionsfälle wurden in der Coronakrise bisher verzeichnet. Sie betrafen 17 Schüler und 17 Lehrpersonen.
“Die Schule ist ein sozialer Ort. Wir hoffen auf einen regulären Schulbetrieb im Herbst.”
Evelyn Marte-Stefani, Bildungsdirektorin
Wertvolle Erfahrungen
Man habe in der schwierigen Zeit wertvolle Erfahrungen gemacht, betont Andreas Kappaurer. Es gelte nun, einheitliche Standards beim Distance learning zu definieren. Dazu gehöre die Erstellung von pädagogischen Konzepten, die Ausstattung der Schüler mit den notwendigen digitalen Geräten samt Implementierung eines Supportsystems. Auch die Schulbetreuung soll wieder gut funktionieren, sollte das plötzlich notwendig werden. “Während der Coronakrise fiel auf: Zu Beginn nutzten nur einige Hundert Schüler das Angebot. Anfang Mai wurden dann schon fast 2000 Kinder betreut”, betont Kappaurer.
Die Schulverantwortlichen wollen sich für das kommende Schuljahr auf verschiedenste Szenarien einstellen und die Sicherheitsmaßnahmen unverzüglich wieder verschärfen, sollte die Situation das erfordern.
Dank an Pädagogen
Zu Dank verpflichtet sehen sich Marte-Stefani und Kappaurer gegenüber dem pädagogischen Personal. “Sie haben alle Hervorragendes geleistet.”