Barfuß ins Glück
Man würde ja am liebsten nie wieder über Corona „streiflichtern“, am besten möglichst weit weg davon, fort von all den Masken und Mündern, die in Armbeugen husten. Und da sieht man sich körperabwärts letztendlich den Füßen gegenüber.
Was für ein trister Anblick! Wie sie da verlegen in Schuhen stecken, obwohl doch die Monate längst kein „r“ mehr tragen und der Sommer Räder schlägt. Schon gehen die Gedanken barfuß. Als liefen sie durch Fotos, wie sie der Bregenzerwälder Fotograf Ludwig Berchtold zuwege bringt: Bilder, die den Kindersommer förmlich atmen, vom gefalteten Zeitungshut über den Sitzplatz auf bemoosten Steinen in der Ach bis zu vorlauten Zehen, die im eiskalten Wasser plantschen.
Das genügt! Das Hirn setzt aus. Man ist ausreichend euphorisiert, schnippt die Schuhe von den Füßen, versucht, sich möglichst elegant der Socken zu entledigen und hüpft elfengleich ins nächste Grün. Oder doch eher wie ein Babyelefant, aber der liegt ja im Trend. Der Rest ist Bodenhaftung, durchwirkt von Glasscherben und spitzen Kieseln, und der allzu frühe Tod einer verdutzten Kapuzinerschnecke, die als letztes mit einem irren Midlife-Barfußläufer gerechnet hat.
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