Wie Corona die Rollenverteilung zwischen Frau und Mann weiter verfestigt hat

Umfrage der ÖVP-Frauenbewegung zeigt: Corona brachte Lockdown für Gleichstellung.
Schwarzach Für über 40 Prozent von rund 200 Frauen einer Umfrage der ÖVP-Frauenbewegung hat sich der Corona-Lockdown auf die Gleichberechtigung von Frau und Mann ausgewirkt. Landesrätin Martina Rüscher und Landtagsabgeordnete Gabriele Graf präsentierten am Freitag weitere Umfrageergebnisse. Die Hälfte der Befragten gab an, dass sie während der Krise geforderter und gestresster waren. 45 Prozent der Befragten waren allein oder hauptsächlich für die Kinderbetreuung verantwortlich, über 80 Prozent für den Haushalt. Die Umfrageteilnehmerinnen fordern die Einführung des verpflichtenden Pensionssplittings, mehr Wertschätzung, Lohngleichheit und mehr Frauen in Führungspositionen. Drei Viertel der Befragten gaben an, Familie und Beruf in der Coronazeit gut miteinander verbunden zu haben. ÖVP-Landesrätin Martina Rüscher und ÖVP-Abgeordnete Gabriele Graf fordern mehr Anerkennung für die Frauen.
Auch Frauenlandesrätin Katharina Wiesflecker (Grüne) meldete sich am Freitag zum Thema. Sie zitierte weitere Studien: Ein Drittel der Frauen habe die Arbeitszeit reduziert, um allen Aufgaben gerecht zu werden, bei den Männern war es ein Viertel. Bei 42 Prozent der Doppelverdienerhaushalte haben die Mütter die Kinderbetreuung übernommen, in 23 Prozent der Haushalte waren es die Väter. „Besonders betroffen sind sozial schwache Familien. Enge Wohnverhältnisse, fehlende digitale Ausstattung und oft noch der Verlust des Arbeitsplatzes haben sich summiert”, ist die Landesrätin überzeugt. Die Arbeitslosigkeit ist im Vergleich zum Vorjahr bei den Frauen um 82 Prozent, bei den Männern um 73 Prozent gestiegen. Das frauenpolitische Forum widmet sich diesen Themen bereits.