Das Wunder von der A14 vor dem Bezirksgericht

Alko-Biker überlebte Crash auf der Autobahn und „Salto Mortale“ über die Mittelleitschiene.
Dornbirn Der 30-Jährige bleibt auch als Beschuldigter beim Bezirksgericht Dornbirn dabei: „Ich hatte damals nur 130 Sachen drauf, höchstens 140“. Zumindest aber ebenso viele Schutzengel dürften den Ungarn bei seiner Raserei mit dem Motorrad auf der Rheintalautobahn im August des vergangenen Jahres beschirmt haben.
Ein dringlicher Termin
An jenem Sommertag begoss der 30-jährige seinen frühen Feierabend um 14 Uhr zunächst mit ein paar Bierchen. Jedenfalls brachte er es auf ein Quantum von 0,77 Promille im Blut, als sie ihm plötzlich ins Gehirn schoss: Die beinahe entglittene Erinnerung an einen dringlichen Termin in Bludenz.
175 km/h auf der Skala
Flugs setzte er sich auf sein Motorrad. Die Zeit drängte. Mit sage und schreibe 175 km/h flitzte der ungarische Biker-Husar auf der Überholspur der A 14 in Richtung Alpenstadt. Dann – auf Höhe der Anschlussstelle Hohenems – der unglückliche Wink des Schicksals: Frontal krachte der Motorradfahrer von hinten gegen das Heck des Pkw einer 20-jährigen Lenkerin, prallte gegen die Mittelleitschiene, überschlug sich und flog samt Maschine auf die Gegenfahrbahn. Wie durch ein Wunder wurde er dort von keinem Fahrzeug erfasst, sondern blieb unbehelligt auf dem Asphalt liegen. Zwar schwerverletzt, aber ansprechbar. Und am Leben.
Unbedingte Geldstrafe
Alkohol, Raserei, einen Unfall verursacht: Wegen grob fahrlässiger Gefährdung der öffentlichen Sicherheit musste sich der Ungar nun am Bezirksgericht Dornbirn verantworten. Und war dabei nicht nur wieder fit auf den Beinen, sondern auch fit auf der Zunge: Vehement behauptete er, es könnten niemals 175 km/h gewesen sein. Doch das Gutachten des verkehrstechnischen Amtssachverständigen Christian Wolf, der den Fall akribisch untersucht hatte, ließ darüber keinen Zweifel. Der 30-Jährige wude im Sinne der Anklage zu einer Geldstrafe von 1200 Euro in 60 Tagessätzen verurteilt. Die Angelegenheit hätte für ihn weit schlimmer ausgehen können.