Sieben-Punkte-Programm für die Gesundheitskasse

Neue ÖGK-Kurie präsentiert Sieben-Punkte-Programm bis 2025.
Dornbirn In der Österreichischen Gesundheitskasse (ÖGK) steht der erste turnusmäßige Funktionswechsel an: Von Jänner bis Ende Juni hatten die Arbeitgebervertreter den Vorsitz im ÖGK-Verwaltungsrat inne. Mit dem heutigen Tag (1. Juli) übernehmen die Arbeitnehmervertreter sechs Monate lang den Chefsessel. Zum Start der Periode hat die Kurie ihr Sieben-Punkte-Programm bis 2025 präsentiert. “Wir haben ein ganz ausgezeichnetes Gesundheitssystem. Wir wissen aber auch, dass wir Versorgungslücken haben. Diese möchten wir ansprechen und Antworten darauf geben“, skizziert ÖGK-Obmann Andreas Huss (56) die Ziele. Viele Maßnahmen davon stehen unter dem Motto: “etwas tun, schon bevor etwas passiert”. Als Beispiele nennt der Obmann das Darmkrebs-Screening, ein Vorarlberger Pilotprojekt, das österreichweit ausgerollt werden soll und die Gesundheitsförderung. “Die schwedische Bevölkerung ist bis zum 71. Lebensjahr gesund, die Bevölkerung in Österreich bis zum 59. Lebensjahr. Das hat natürlich mit den Ausgaben für die Prävention zu tun. Ein ganz wesentliches Thema ist auch die Bewegung”, führt er aus. Ein weiterer Fokus des Programms liegt auf den Hausärzten. “Da braucht es andere Versorgungsmodelle und wir werden sehr kreativ sein müssen, um den Hausarztberuf attraktiver zu machen”, erläutert Huss. Nachholbedarf sieht er er nicht zuletzt bei der strukturierten Betreuung von chronischen Kranken. Spätestens dann, wenn eine Coronaimpfung auf den Markt komme, werde es außerdem notwendig sein, eine entsprechende Infrastruktur und ein Programm aufzustellen, “um möglichst viele Menschen, möglichst schnell impfen zu können”.
Vertragsarztsystem
Auch in Vorarlberg will man sich nach der Coronakrise wieder verstärkt den Inhalten widmen. Zum einen sollen die Präventions- und Gesundheitsförderungsangebote wieder hochgefahren werden. Zum anderen stehen die Entwicklung der geplanten Primärversorgungszentren, die Umsetzung von zwei Innovationsprojekten zur Darmkrebs- und Prostatakrebsvorsorge sowie das Vertragsarztsystem auf der Agenda von Manfred Brunner (58), Vorsitzender des Landesstellenausschusses. “Wenn die für Vertragsärzte geschaffenen Regelungen und Möglichkeiten nicht wirken, muss die Politik den Mut haben, neue Wege in der Patientenversorgung einzuschlagen. Das können etwa Kooperationen mit den Spitälern durch ausgelagerte, gemeinsam finanzierte Ambulanzen oder eigene Einrichtungen der Sozialversicherungen analog dem Modell der Zahngesundheitszentren sein”, schlägt Brunner vor.