Nach Corona: Wie es jetzt um OP-Termine bestellt ist

Eingriffe sollen bis Herbst abgearbeitet sein.
bregenz Während der Coronakrise wurde die medizinische Versorgung auch in den Krankenhäusern deutlich zurückgefahren. Zum einen, um Kapazitäten für Covid19-Erkrankte frei zu haben, zum anderen, um Patienten und Beschäftigte vor Infektionen zu schützen, die den Betrieb lahmgelegt hätten. Das warf bei der SPÖ die Frage auf, wie sich die Wartezeiten bei den Operationen, die schon Wochen vor der Pandemie ein Diskussionsthema waren, während der Coronakrise entwickelt haben. Nun lieferte Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher die Antworten darauf. Wie Rüscher vorausschickt, würden in allen Landeskrankenhäusern medizinische Notfälle sofort und medizinisch dringliche Fälle innerhalb der fachlich vertretbaren Zeit operiert. Dieser Notfallversorgungsauftrag führe aber auch dazu, dass Patienten mit nicht dringlichen Planoperationen trotz eines bereits vereinbarten OP-Termins verschoben werden müssten.
Bis zu einem Jahr
Weiterhin viel Geduld müssen demnach Patienten in der Orthopädie aufbringen. Bei stabilisierenden Wirbelsäulen-Eingriffen beträgt die Wartezeit 48 Wochen. In der Abteilung für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie heißt es für eine ambulante Behandlung mindestens 30 Wochen warten. 27 Wochen müssen Patienten ausharren, die für eine Gelenksersatz-Operation angemeldet sind. Wer wegen eines Bandscheibenproblems unters Messer sollte, kommt frühestens in 21 Wochen dran. In der Augenheilkunde, speziell bei Katarkt-Eingriffen, laufen 93 Prozent der Patientinnen und Patienten unter der Einstufung “keine Dringlichkeit”. Bei ihnen beträgt die Wartezeit stattliche 50 Wochen. Bei Patienten mit hoher Dringlichkeit, die 1,1 Prozent ausmachen, liegt die Wartezeit bei sieben Wochen, bei mittlerer Dringlichkeit (5,9 Prozent) bei acht Wochen. Für Eingriffe an der Nasenscheidewand liegt der Zeitraum bei einem Jahr, für Mandel-Operationen bei Kindern beträgt er 20 Wochen. Laut Martina Rüscher handelt es sich dabei um einen insgesamt nur moderaten Anstieg der Wartezeiten, denn auch während der Coronakrise seien im LKH Feldkirch und LKH Bregenz etwa 50 Prozent der planbaren OP-Kapazitäten genutzt worden.
Vorausgesetzt, dass es heuer zu keinen coronabedingten Leistungseinschränkungen mehr kommt, könne bis Herbst 2020 mit der Aufarbeitung der verschobenen Eingriffe gerechnet werden. Zudem ist geplant, eine neue und erweiterte Darstellung der Wartezeiten zu erarbeiten.