Gericht: Mutter und Sohn auf rabiater Tour

Private Waffensammlung und dubioser Duft in der Luft beschäftigen Justiz.
Feldkirch Mutter, Tante und Sohn – dieses Trio steht derzeit am Landesgericht Feldkirch im Zentrum eines Strafverfahrens wegen unerlaubtem Waffenbesitz, schwerer Körperverletzung und Widerstand gegen die Staatsgewalt. Die Geschichte mit den verbotenen Waffen ist schnell erzählt. Der 25-jährige Angeklagte hat seit seiner Jugendzeit ein Waffenverbot, dieses ist immer noch aufrecht. Das wundert den jungen Mann, weil er während der Zeit beim Bundesheer mit Waffen und „scharfer“ Munition hantieren durfte und musste. Er dachte, das Waffenverbot sei längst aufgehoben. Dass Schlagring mit integriertem Elektroschocker, Wurf- und Spezialspringmesser nicht zulässig sind, ist klar.
Tumult in der Wohnung
Was jedoch noch nicht restlos geklärt ist, ist die Situation rund um eine Wohnungsbetretung im Februar dieses Jahres in Hohenems. Das heißt, das Oberlandesgericht hat bestätigt, dass der Polizeieinsatz der Strafprozessordnung entsprach und die Beamten damals richtig und korrekt gehandelt haben. Fragwürdig ist vielmehr das Agieren der Familie. Also des 25-Jährigen, seiner 50-jährigen Mutter sowie deren Schwester. Letztere ist noch in der Türkei und deshalb nicht als Angeklagte erschienen, weshalb vertagt werden musste.
Die zwei Beamten vernahmen einen eigentümlichen Geruch. Cannabis, so die Polizistennasen. „Es war CBD, welches ich hin und wieder rauche“, erklärt die angeklagte Frau. Nach einem Unfall habe sie starke Schmerzen in der Wirbelsäule. Der Wirkstoff des Hanfes entspannt und löst Verkrampfungen, heißt es im Internet. Jedenfalls wollten die Beamten nachsehen, was die Bewohner mangels Durchsuchungsbefehls ablehnten. Wegen Gefahr in Verzug ließen sich die Polizisten nicht abwimmeln, was wiederum die Bewohner in Aufruhr versetzte.
Von Toilette aufgescheucht
Der 25-Jährige verweilte gerade am stillen Örtchen, als er hörte, dass es draußen gar nicht still war. Er eilte herbei. Angeblich hätten die Beamten seiner Mutter grob den Arm verdreht und sich ungebührlich benommen, behauptet er. „Das ist nicht richtig, wir wurden ja anfangs davon informiert, dass die Frau ein gesundheitliches Problem hat“, so die junge Beamtin. Beim Prozess schwatzen die Angeklagten dauernd dazwischen, gestikulieren, lachen, sind frech und vorlaut. Ob sie bei den Amtshandlungen damals Widerstand geleistet haben, wird sich zeigen, wenn der Prozess fortgesetzt wird.