Dieser Polizist rettete dreijährigem Kind das Leben

Bezirksinspektor holte dreijähriges Kind ins Leben zurück.
Lustenau Es war am vergangenen Dienstagnachmittag und begann für Bezirksinspektor Stefan Lampert mit einer normalen Streifenfahrt. Reine Routine. Bis sich der Einsatzwagen um 16.10 Uhr einem Haus an der Lustenauer Reichsstraße näherte. „Eine bekannte Adresse“, sagt der Inspektor und schildert, wie der Einsatz an Dramatik gewann.
„Da liefen plötzlich Leute auf die Straße, schrien und fuchtelten mit den Händen“, erinnert sich der 30-jährige Beamte: „Wir hatten zunächst keinen Plan, was da ablief. Aber wir spürten natürlich, dass irgendwas nicht stimmte und hielten an.“
Keine Atmung
Lampert stieg aus und sah einen verzweifelten Mann, der ein Kleinkind in den Händen trug. Es war ein dreijähiger Junge. Eine Frau schüttelte den Buben verzweifelt. Es gab Sprachbarrieren, denn bei den Leuten handelte es sich um rumänische Roma. Der Polizist reagierte sofort: „Das Kind war völlig durchnässt. Ich nahm es dem Mann weg und legte es auf den Boden. Es atmete nicht.“
„Nur noch 15/2!“
Für den Bezirksinspektor ein alarmierendes Signal, das umgehendes Handeln erforderte. „Ich dachte nur noch an 15/2! Also 15 Mal auf die Brust drücken und zwei Mal beatmen. Und ich weiß noch von der Ausbildung her, dass bei Kleinkindern zuerst beatmet werden muss. Und dann drücken . . .“, sagt der 30-Jährige.
Es ging jetzt nicht um Minuten. Es ging um Sekunden. Dann der erlösende Moment. „Der Kleine begann zu röcheln und atmete wieder. Während mein Kollege Dominik Burtscher die Schaulustigen auf Abstand hielt, sah ich schon den Notarztwagen mit Blaulicht heranfahren.“ Das Kind war gerettet. Lampert zwei Tage später: „Es befindet sich noch in der Intensivstation und wird beatmet.“
Rauchgasvergiftung
Doch was war geschehen an jenem Dienstagnachmittag in der Lustenauer Reichsstraße? Die Ermittlungen ergaben, dass der dreijährige Bub allein im Auto seines Vaters gespielt hatte, was er angeblich öfters tat. Dann fand er ein Feuerzeug, entzündete es und steckte herumliegendes Papier in Brand. Im Pkw begann es zu qualmen, der Dreijährige erlitt eine Rauchgasvergiftung, ehe er von seinem Vater aus dem Fahrzeug geholt wurde. Die Polizei ermittelt wegen Fahrlässigkeit gegen den Mann.
Ein Appell
Der rettende Polizist möchte nach diesem Ereignis noch einen Appell an die Öffentlichkeit richten: „Solche Geschehnisse zeigen zwei Seiten der Menschen. Eine positive und eine negative. Die positive Seite ist der Einsatz der Helfer wie Rettung, Polizei und Feuerwehr. Die negative Seite sind die Schaulustigen, die sich herandrängen und mit Handys filmen. Es wäre sehr wichtig, wenn hier Zurückhaltung geübt würde …“