Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Bedrängnis

Kinder- und Jugendanwalt hofft trotz Krise auf baldige Umsetzung.
Rankweil Am Bedarf besteht kein Zweifel: Die Kinder- und Jugendpsychiatrie im Landeskrankenhaus Rankweil braucht ein neues Zuhause. Laut den ursprünglichen Plänen sollte es das erst 2030 geben. Nicht zuletzt auf Drängen von Kinder- und Jugendanwalt Michael Rauch wurde der Neubau dann aber in das Arbeitsprogramm des Landes für die Jahre 2019 bis 2024 vorgezogen. Doch nun bringt die Coronakrise das Vorhaben in Bedrängnis. „Alles steht derzeit auf dem Prüfstand“, weiß Rauch.
Inhaltliche Übereinstimmung
Bei seinem jüngsten Auftritt vor dem Sozialpolitischen Ausschuss konnte er zumindest eine, wie er sagt, große inhaltliche Übereinstimmung, was die Wichtigkeit des Themas betrifft, erreichen. Mehr noch hofft er jedoch, dass es ihm gelungen ist aufzuzeigen, dass „der Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie nicht das erste Projekt sein darf, das gekippt wird“. Michael Rauch bleibt dabei: „Die derzeitigen baulichen Voraussetzungen sind nicht für eine Nutzungsdauer bis 2030 geeignet.“ Auch der vorgesehene Ausbau auf 50 Betten werde sich in den bestehenden Strukturen kaum verwirklichen lassen. „Ich wünsche mir sehr, dass das bei den Diskussionen um das aktuelle Investitionsprogramm mitbedacht wird“, erklärt Rauch.
Corona vereitelte Gespräche
Bereits in seinem Tätigkeitsbericht 2018 hat er die aus Sicht der Kinder- und Jugendanwaltschaft unbefriedigende bauliche Situation dargestellt. Gleiches tat er im Bericht 2019. Primäres Anliegen war und ist es, einen deutlich früheren Fertigstellungstermin zu erreichen. Im vergangenen Jahr hat der Landtag schließlich einstimmig beschlossen, den Fahrplan zur Umsetzung des Projekts neu zu bewerten, um eine zeitnahe Realisierung zu ermöglichen. Es rückte tatsächlich in ein früheres Arbeitsprogramm vor. Gegen Ende 2019 konnte Michael Rauch die bis zu diesem Zeitpunkt vorliegenden Pläne für die verschiedenen Bauvorhaben am Krankenhausstandort Rankweil einsehen. Ob und wie dem Beschluss des Landtags bzw. dem Arbeitsprogramm der Landesregierung entsprochen werden kann, ließ sich damals allerdings nicht einschätzen. Es wurde ein weiteres Gespräch für 2020 vereinbart. Das vereitelte dann aber Corona.
Geld und Dringlichkeiten
Jetzt geht es bei öffentlichen Bauvorhaben ums Geld und Dringlichkeiten. „Die Herausforderungen sind riesig“, ist Michael Rauch klar. In Sachen Kinder- und Jugendpsychiatrie will er trotzdem nicht nachlassen. Spätestens im Juli soll es Klarheit geben. Die Versorgung psychisch beeinträchtigter Kinder und Jugendlicher erfolgt derzeit stationär und teilstationär am LKH Rankweil, tagesklinisch in Bregenz sowie ambulant am LKH Feldkirch und Rankweil. Die Abteilung selbst umfasst 20 Betten.