Infektionsordination schließt

Vorarlberg / 16.06.2020 • 17:00 Uhr
Infektionsordination schließt
Die Behandlung erfolgte unter strengsten Sicherheitsmaßnahmen. VN/STEURER

Ärzte möchten Struktur für den Bedarfsfall beibehalten.

Röthis Die in Röthis bestehende zentrale Infektionsordination wird mit Ende Juni geschlossen, zumindest vorübergehend. Das bestätigte der Kurienobmann der niedergelassenen Ärzte in der Ärztekammer, Burkhard Walla, auf VN-Nachfrage. Die Infektionsordinationen wurden eingerichtet, um die niedergelassenen Praxen während der Coronapandemie vor quarantänebedingten Schließungen zu bewahren. Aus Ärztesicht sollte die Struktur jedoch bestehen bleiben, um bei einem möglichen neuerlichen Aufflammen der Coronainfektionen eine rasche Inbetriebnahme gewährleisten zu können, „auch als Sicherheit für die niedergelassenen Ordinationen“, wie Walla anmerkt. Insgesamt wurden in den Infektionsordinationen 1633 Erwachsene und 608 Kinder behandelt. Die meisten Behandlungen konzentrierten sich auf die Einrichtung in Dornbirn. In den medizinischen Betrieb eingebunden waren rund 30 Ärztinnen und Ärzte, vor allem Allgemeinmediziner, aber auch Fachärzte sowie aks-Mitarbeiter.

Gute Akzeptanz

Vorarlberg ist das einzige Bundesland, das auf die Coronakrise mit der Einrichtung einer Infektionsordination reagiert hat. Zugewiesen und behandelt wurden ausschließlich Personen mit Infekten. Auf diese Weise sollten Ansteckungen durch das Coronavirus in niedergelassenen Praxen verhindert werden. Die erste Infektionsordination nahm am 20. März in Dornbirn ihren Betrieb auf, die nächste eine Woche später in Bludenz. Die Akzeptanz war gut. Allein Dornbirn verzeichnete 1037 Erwachsene und 305 Kinder. Für Bludenz weist die Patientenstatistik 282 Erwachsene und 89 Kinder aus.

Der stetige Rückgang an Infektionen führte dann zur Einrichtung einer zentralen Infektionsordination in Röthis. Seit dem Start am 10. Mai behandelten die Ärzte dort 314 Erwachsene und 214 Kinder. Zwischenzeitlich sind die Infektionszahlen weiter deutlich gesunken. Es herrscht Ruhe an der Coronafront. Deshalb wurde jetzt die Entscheidung getroffen, auch die Infektionsordination in Röthis ruhend zu stellen, und zwar mit 30. Juni. Niemand hofft, dass sie noch einmal gebraucht wird. Dennoch wäre es laut Burkhard Walla beruhigend zu wissen, im Bedarfsfall schnell darauf zurückgreifen zu können.

Den größten Andrang verzeichnete die Infektionsordination in Dornbirn übrigens gleich in der ersten Woche nach Eröffnung mit 428 Patienten. Auch die folgende Woche war mit 341 Patienten noch stark. Den großen Einbruch gab es in der letzten Maiwoche (72 Patienten). Danach stieg die Frequenz wieder auf über 100. Zuletzt lag sie in Röthis bei 161 Patienten. Die Kosten für die Infrastruktur trägt das Land, für die Ärztehonorare greifen ÖGK sowie die Versicherung der Selbstständigen und öffentlich Bediensteten in die Kasse.