Müll-Causa im Schesa-Murbruch beschäftigt weiter die Justiz

Vorarlberg / 15.06.2020 • 06:00 Uhr
Am 27. November 2019 haben die Behörden erstmals nach illegal vergrabenem Müll im Schesa-Murbruch gesucht. <span class="copyright">VN/Lerch</span>
Am 27. November 2019 haben die Behörden erstmals nach illegal vergrabenem Müll im Schesa-Murbruch gesucht. VN/Lerch

Ermittlungen wurden zuletzt ausgeweitet. Staatsanwaltschaft bestätigt anhängendes Verfahren.

Bürserberg Der Fall um möglicherweise illegal verbrachten Müll im Schesa-Murbruch kommt nicht zur Ruhe. Eine anonyme Anzeige mit Insiderwissen hatte Ende November des Vorjahrs die Justiz auf den Plan gerufen. Die Vorwürfe beschäftigen die Staatsanwaltschaft auch gut ein halbes Jahr nach Bekanntwerden, wie die VN erfahren haben. “Das Ermittlungsverfahren ist noch nicht abgeschlossen”, bestätigt der Sprecher der Staatsanwaltschaft, Heinz Rusch, auf Nachfrage.

Die Bilder sind vielen in Erinnerung. Ein Bagger war aufgefahren, um im Schesa-Murbruch vor den Augen von Staatsanwältin, Kriminalpolizei, Vertretern der Bezirkshauptmannschaft und des Umweltinstituts sowie der Betreiber nach Müll zu suchen. An verschiedenen Stellen wurden acht Schürfschlitze, mehr als zwei Meter tief, gegraben. Vermutet hatten die Ermittler dort größere Mengen an Plastik, Spritzen, Medikamentenverpackungen und silberfarbenen Folien. Die Suche blieb ergebnislos.

Weitere Grabung stattgefunden

Es sollte nicht das letzte Mal sein, dass eine behördlich angeordnete Nachschau stattgefunden hat. Die Nachforschungen der Kripo hatten offensichtlich den Verdacht weiter erhärtet. Schon wenige Wochen später, jetzt ohne Öffentlichkeit, wurde wieder gegraben. Gefunden wurde aber auch diesmal nicht, wonach man suchte. Eine Bestätigung dafür gibt es allerdings nicht. Details zum Ermittlungsverfahren werden nicht veröffentlicht, heißt es dazu seitens der Staatsanwaltschaft.

Wochen nach den ersten Grabungen gab es laut VN-Informationen eine zweite behördliche Nachschau. <span class="copyright">VN/Lerch</span>
Wochen nach den ersten Grabungen gab es laut VN-Informationen eine zweite behördliche Nachschau. VN/Lerch

Zu den Akten wanderte der Fall dennoch nicht. Die Angaben in der anonymen Anzeige waren offensichtlich so detailliert, dass die Ermittler nicht zur Tagesordnung übergehen konnten. Der Mann wurde ausgeforscht, seine Aussagen nun offiziell aufgenommen. Zuletzt haben die Behörden die Ermittlungen ausgeweitet. Ein weiterer Belastungszeuge wurde demnach vorgeladen. Die Vorwürfe sollen im Wesentlichen bestätigt worden sein.

Anschuldigungen widersprochen

1000 Kubikmeter illegalen Mülls sollen ins Erdreich verbracht worden sein. 2015 habe sich das alles zugetragen. Mit einer Bodenfräse sei schließlich der ohnedies schon gehäckselte Müll weiter zerkleinert worden. Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Betreiberfirma des Schesa-Murbruchs hatte von Beginn an alle Verdächtigungen von sich gewiesen und den Anschuldigungen widersprochen. Vielmehr sei ihr ein gewaltiger Imageschaden entstanden. Für sie gilt freilich weiter die Unschuldsvermutung.

Hinweis: Mittlerweile wurde das Ermittlungsverfahren gegen die Betreiberfirma eingestellt.