Wie Rebecca Andel zum Bücherschreiben gefunden hat

Vorarlberg / 13.06.2020 • 14:00 Uhr
Wie Rebecca Andel zum Bücherschreiben gefunden hat
Einfälle für ihre Bücher bekommt Autorin Rebecca Andel oft in der Natur. ANDEL

Für die Autorin ist Schreiben Bestimmung. Sie bereichert die Buch am Bach online mit Fantasy.

Wien, Höchst Den Berufswunsch Autorin zu werden, hatte Rebecca Andel von klein auf. Kein Wunder bei dem Vorbild. Schließlich ist ihre Vorarlberger Mama Kinderbuchautorin. Dieses Ziel hat die 28-Jährige dann allerdings aus den Augen verloren. Mit Mitte 20, in einer intensiven Selbstfindungsphase, hatte sie das Gefühl, dass sie sich auf die Interessen ihrer Kindheit zurückbesinnen muss. “Und so habe ich wieder zu schreiben begonnen. Ich wusste gleich: Das ist es – meine Bestimmung”, erklärt die Wienerin. Nach ihrem ersten abgeschlossenen Roman hat sie gleich mit dem nächsten losgelegt und angefangen, bei Wettbewerben einzureichen. “Die ersten Erfolge haben mich nur darin bestärkt, dass ich auf dem richtigen Weg bin”, ist Rebecca Andel stolz.

Aus ihrem Debütroman “Feder & Klinge” hat sie einen Ausschnitt für die VN-Kinder- und Jugendbuchmesse Buch am Bach online vorgelesen. Ihr Video kann mit vielen anderen auf der Website buchambach.at angeklickt und angesehen werden. Mit ihrem Buch “Jäger des Windes – Fänger der Schatten” ist sie gerade auf der Shortlist des Schreibwettbewerbs “stay at home and write” zu finden. Sie schaffte es als eine von zehn Autoren. 800 haben sich beworben. Noch bis 22. Juni kann das Publikum abstimmen.

Buchideen von überall her

Die Ideen für ihre Bücher stammen bei der ausgebildeten Bildhauerin aus verschiedenen Inspirationsquellen. Die Idee zu „Feder und Klinge“ war eines Tages plötzlich da – wie aus dem Nichts. “Ich saß in der U-Bahn, habe vor mich hingeträumt und plötzlich, zack: eine Buchidee! Die Idee für „Jäger des Windes –  Fänger der Schatten“ hatte ich in einem Traum. Manchmal habe ich neue Ideen auch auf Spaziergängen, wenn ich durch den Wald streife und Musik höre”, so Andel.

Eine Frage, die sich der Wienerin, die ihre Ferien mit ihren Geschwistern und ihrer Mutter in Höchst bei ihren Großeltern verbracht hat, nie stellte, war die nach dem Genre. “Ich bin in meinem Schreiben sehr im Fantastischen verhaftet. Einerseits liegt das wohl daran, dass ich selbst schon immer leidenschaftlich gerne Fantasy gelesen habe.” Sie will nicht, dass ihre Vorstellungskraft sich irgendwelchen Regeln anpassen muss. “Die echte Welt kann ich doch jeden Tag vor meiner Haustür entdecken, da finde ich es viel spannender, während des Schreibens etwas völlig anderes zu erkunden”, erklärt Andel, die bei ihren Großeltern gerne den Rhein entlang auf Entdeckungsreise gegangen ist, den Damm zum Inlineskaten und Fahrradfahren genutzt hat und dem Vorarlberger Dialekt sehr zugetan ist.

Keine Grenzen

Vom Schreiben ist Rebecca Andel fasziniert, weil ihrer Fantasie keine Grenzen gesetzt sind. Vom Schreibtisch aus könne sie zu jeder beliebigen Zeit in jede beliebige Welt reisen, sich jedes Szenario ausdenken. Was könne es Schöneres geben? “Faszinierend finde ich außerdem, dass man sowohl als Leserin als auch als Autorin aus jedem Buch, jeder Welt etwas mitnimmt. Vielleicht eine Erkenntnis, vielleicht ein bestimmtes Gefühl, eine Idee.” Bücher können ihrer Meinung nach so viel schenken. Manchmal ein paar Stunden der Muße, manchmal auch Trost, spannende Tagträume, den Wunsch nach Veränderung … und so vieles mehr.  

Was die Germanistikstudentin bedauert, ist das Label „für Kinder bzw. Jugendliche“, das Fantasyliteratur oft automatisch aufgeklebt bekommt. “Es ist ja nicht so, dass man eines Tages keine Fantasie mehr hat, nur weil man erwachsen geworden ist.”

Zur Person

Rebecca Andel

Selbstständige Autorin/Lektorin/Übersetzerin und Germanistikstudentin im Master

Geboren 19. Februar 1992

Ausbildung Bildhauerin

Wohnort Wien

Familie Lebenspartner, keine Kinder

Hobbys Schreiben, Lesen, Malen, Basteln, Wandern, Schwimmen, Freunde treffen

Lebensmotto „The earth without art is just eh”

Lieblingsessen Pizza