Demonstrationen in Santa Monica jetzt friedlich

Vorarlberg / 08.06.2020 • 08:00 Uhr
Demonstrationen in Santa Monica jetzt friedlich
Eine Woche nach den schweren Unruhen packen die Bewohner gemeinsam an und bemalen die Verkleidungen, mit denen die Schaufenster gegen weitere Plünderungen gesichert werden. ECKERT

Der Bludenzer Christian Eckert berichtet über Entwicklung der Proteste in Santa Monica.

Santa Monica Der Bludenzer Christian Eckert (41) arbeitet seit Jahren als Designer in Los Angeles. Mittlerweile lebt er in Santa Monica, einer Stadt, die nicht nur als Strand- und Vergnügungsort gilt , sondern auch als “Silicon Beach” Sitz vieler Start-ups und Techunternehmen ist. Die Proteste rund um den brutalen Polizeieinsatz in Minnesota, bei dem der Afroamerikaner George Floyd starb, haben aber auch die Stadt an der Pazifikküste erreicht. Vergangene Woche kam es zu Ausschreitungen und Plünderungen. “Ich war geschockt vom Ausmaß der Zerstörungen”, schilderte Eckert seine Eindrücke am Tag danach.

Die Nationalgarde zeigt im Küstenort bei Los Angeles weiter Präsenz. <span class="copyright">Eckert</span>
Die Nationalgarde zeigt im Küstenort bei Los Angeles weiter Präsenz. Eckert

Mittlerweile hat sich die Lage beruhigt. “Die Demonstrationen gehen aber weiter”, erzählt er: “Plünderungen sind mir aber keine mehr bekannt.” Dazu trägt nach seiner Einschätzung auch die Nationalgarde bei, die im mondänen Ort auf den Straßen patrouilliert: “Es fühlt sich nicht besonders gut an, wenn auf Straßenkreuzungen plötzlich schwer bewaffnete  Polizisten zu sehen sind”, schildert Eckert. “Das stört viele Anwohner, aber ich denke, es ist mit ein Grund, warum es friedlich bleibt.”

Die temporären Verkleidungen werden zu Kunstwerken und die Stadt damit bunt, wie Christian Eckert schildert. <span class="copyright">Eckert</span>
Die temporären Verkleidungen werden zu Kunstwerken und die Stadt damit bunt, wie Christian Eckert schildert. Eckert

Die Straßen von Santa Monica sind seit letzter Woche von vernagelten Schaufenstern geprägt. “Am Samstag sind Dutzende Freiwillige ausgerückt und haben aus den Verkleidungen bunte Kunstwerke gemacht”, erzählt Eckert, “auf vielen sind dabei Statements zur Situation untergebracht.” Dass die Menschen gegen die Übergriffe der Polizei auf die Straßen gehen, findet der Bludenzer wichtig: “Es war lange überfällig und ich hoffe, dass diese Proteste jetzt auch etwas Positives bewirken.” In Kalifornien würden jedenfalls die kritischen Stimmen gegenüber Trump immer lauter. “Ich hoffe, dass es im November einen Wechsel zu etwas Besserem gibt”, wirft Eckert einen Blick voraus auf die kommende Präsidentenwahl.