Caritas Werkstätten öffnen: Freude pur in Bludenz

Vorarlberg / 06.06.2020 • 10:00 Uhr
Caritas Werkstätten öffnen: Freude pur in Bludenz
Die Gruppe „Zemma si“ freute sich über das Wiedersehen: Wolfgang Bitschi, Christian Friedl, Carmen Bitschi (Betreuerin) und Viktor Augustin. BI

Wiedereröffnung der Caritas Werkstätten nach Covid19-Krise.

Bludenz Die Wiedersehensfreude war sehr groß, als nach der durch die Covid19-Krise bedingten Schließung die Caritas Werkstätten wieder geöffnet werden konnten. „Manche Klienten hatten Tränen in den Augen. Ein Betreuter sagte sichtlich gerührt, er sei so froh, dass ich noch lebe. Auch ich habe mich riesig gefreut, dass wieder Leben im Haus ist“, erklärt Helga Sartori, Geschäftsführerin der Caritas Werkstätten. Wobei die durch die Bundesregierung verordneten Maßnahmen gerade im sensiblen Bereich der Behindertenarbeit zum Teil nur erschwert umsetzbar sind. „Alle sind nervös, die Eltern wie auch die Klienten. Manche Eltern lassen ihr Kind aus Vorsicht auch jetzt noch zu Hause. Das Thema Tod hat alle beschäftigt. Unsere Klienten verfolgen Berichte in den Medien und können diese zum Teil nicht richtig einordnen. Vielfach denken sie, dass eine Covid19-Erkrankung gleich zum Tod führt“, führt Helga Sartori weiter aus.

Auch sie selber erlebe die Situation als Spannungsfeld, einerseits wieder Normalität zu leben und andererseits doch für die Sicherheit des Teams und der Klienten verantwortlich zu sein. Erschwerend sei außerdem, dass viele Klienten mittels Gebärdensprache kommunizieren, durch das Tragen einer Maske sei dies fast unmöglich.

Zwei Mal am Tag wird bei allen Klienten Fieber gemessen. Die Betreuer haben Maskenpflicht, die zu Betreuenden hingegen nur bei der Ankunft und beim Wechseln in die Gruppenräume: „Unsere Klienten erleben durch diese Maßnahmen immer wieder eine Konfrontation mit der Möglichkeit einer Erkrankung. Ihre Angst kann nur mit vielen Erklärungen immer wieder beschwichtigt werden.“ Während in Krankenhäusern und Schulen einfachere Masken getragen werden können, sind die Betreuer in den Werkstätten zum Tragen einer FF1-Maske verpflichtet. Auch die Desinfektion ist ein großes Thema: „Die Hände müssen immer wieder desinfiziert werden, aber auch unsere Räume. Ich bin sehr froh über unsere Zivildiener. Zuvor waren sie immer in unsere Gruppen eingebunden, mittlerweile sind sie nur noch für die umfangreichen Hygienemaßnahmen zuständig.“ Die Zivildiener holen vielfach Klienten zu Hause ab, nach jeder Abholung muss das Auto desinfiziert werden. Zwei Mal am Tag werden sämtliche Türschnallen in den Werkstätten von ihnen gereinigt, auch basale Maßnahmen für Schwerstbehinderte fallen permanent an. Trotz der erschwerten Bedingungen sind alle froh, wieder in den Werkstätten arbeiten zu können. Christian Schaffenrath, einer der Klienten, kam während der Schließung immer wieder nachschauen, ob denn nun geöffnet werde. Außerdem kontrollierte er die Mülltrennung, für die er an sich zuständig ist. „Wie wir das in der Zwischenzeit gehandhabt haben, damit war er nicht so ganz einverstanden. Nun ist es glücklicherweise wieder sein Zuständigkeitsbereich“, so Helga Sartori.  BI