Corona in Vorarlberg: “Lage ist nicht besorgniserregend”

In Bregenz wurden zwei Schulkinder positiv getestet. Mehrheit der Österreicher würde sich impfen lassen.
Wien, Bregenz In Vorarlberg ist es in dieser Woche zu mehreren Neuinfektionen mit dem Coronavirus gekommen. Das Land Vorarlberg wies am Freitag 18 aktiv erkrankte Personen aus. Von Montag auf Dienstag gab es sechs neue Fälle. Eine Person muss weiter im Krankenhaus behandelt werden. “Mit Neuinfektionen mussten wir rechnen und das werden wir auch in Zukunft müssen. Die Lage ist aber nicht besorgniserregend”, sagt Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher im VN-Gespräch. Als eher untypisch bezeichnet Grabher hingegen die Tatsache, dass es mehrere Tage in Folge keine Neuinfektionen im Land gab. Es gelte nun weiterhin, achtsam zu sein und etwaige Verdachtsfälle rasch abzusondern.
Fünf Familienmitglieder erkrankt
Wie nun bekannt wurde, ist der Anstieg der Neuinfektionen auf eine Familie in Bregenz zurückzuführen, in der fünf von sechs Familienmitgliedern an Covid19 erkrankt sind, wie Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher den VN bestätigt. Zwei der betroffenen Kinder, die am Montag positiv getestet wurden, haben laut Rüscher schon vor Schulöffnung das Betreuungsangebot einer Volksschule in Bregenz besucht. Man habe rasch reagiert und die Kontakte ermittelt. In der Folge mussten sich 38 Schüler, sieben Lehrpersonen und drei Betreuer der Bregenzer Schule in 14-tägige häusliche Isolation begeben. “Diese Personen gelten als Kontaktpersonen ersten Grades.” Die Ansteckung ist laut Martina Rüscher in der Familie und nicht in der Schule erfolgt.
Um weitere Infektionen auszuschließen, veranlasste die Landessanitätsdirektion am Mittwoch zusätzlich ein freiwilliges Screening des verbleibenden Lehrkörpers. “Die Ergebnisse werden in den nächsten Tagen erwartet”, sagt Landessanitätsdirektor Grabher.
Hohe Impfbereitschaft
Ein wirksamer und sicherer Impfstoff gilt als die entscheidende Waffe im Kampf gegen die Pandemie, deshalb forschen Pharmaunternehmen und Institutionen auf der ganzen Welt mit Hochdruck an einer Vakzine gegen Covid19. Gesundheitsminister Rudolf Anschober (Grüne) hatte sich in dieser Woche gegen eine verpflichtende Impfung in Sachen Coronavirus ausgesprochen. Anschober möchte auf die Vernunft der Bevölkerung setzen. (Die VN berichteten).
Die Bereitschaft zur Impfung, würde eine zur Verfügung stehen, ist österreichweit hoch, wie aus einer Umfrage im Auftrag des Gesundheitsministeriums hervorgeht. Das market-Institut hat eine repräsentative Gruppe von 1000 Menschen gefragt, ob sie sich gegen das Coronavirus impfen lassen würden. 62 Prozent der Befragten gaben an, “auf jeden Fall” (35 Prozent) bzw. “eher schon” (27 Prozent) an einer Impfung teilnehmen zu wollen. 25 Prozent wollen sich hingegen “eher nicht” oder “sicher nicht” gegen Corona impfen.
Damit sei die Impfbereitschaft in Österreich gegen das neuartige Coronavirus deutlich höher als etwa bei der Influenza, sagte Rudolf Anschober am Freitag. “Generell zeigen die Daten allerdings auch, dass wir noch viel Informations- und Aufklärungsarbeit beim Thema Impfungen leisten müssen. Das wird ein zentraler Schwerpunkt der Gesundheitspolitik im Herbst werden”, unterstrich der Gesundheitsminister.