Gaschurner Energieprojekt holpert weiter

Fernwärmeprojekt Gaschurn-Partenen nähert sich allmählich der Zielgeraden. Interesse in Partenen (zu) gering.
Gaschurn Der Weg zur Realisierung des Abwärmeverbundes Gaschurn-Partenen erweist sich weiterhin als steinig. Anfang des Jahres standen für die Mitarbeiter von Energie 360° Gespräche mit potenziellen Neukunden in Partenen im Fokus. Die diesbezügliche Bilanz fällt allerdings sehr ernüchternd aus: 33 Liegenschaften konnten für das Projekt gewonnen werden, was lediglich 50 Prozent der benötigten Anschlussdichte für einen positiven Realisierungsbescheid ausmacht. „Die momentane Situation ist für alle schwierig. Wir haben das Möglichste getan, um der Situation gerecht zu werden. Aufgrund der geringen Rückmeldungen auf unsere Akquise- und Kommunikationsmaßnahmen haben wir uns schließlich entschieden, das Teilprojekt in Partenen zurückzustellen und den Projektierungsentscheid auf Mitte Juni zu verschieben“, informiert Denis Majstorovic, Projektentwickler bei Energie 360°. In Gaschurn hingegen akquirierte die Betreiberin Energie 360° bereits 58 Liegenschaften für den Anschluss; mit weiteren potenziellen Kunden laufen Gespräche.
Inbetriebnahme Spätherbst 2020
Zwischenzeitlich werden die Vorkehrungen für die angestrebte Inbetriebnahme diesen Spätherbst auf Schiene gebracht. Bereits 2019 wurde die Quellleitung für die Abwärmenutzung des Kopswerks für Gaschurn realisiert. Laut Majstorovic laufen derzeit die Detailplanung für die baulichen Maßnahmen sowie Vergabegespräche und terminliche Abstimmungen mit den einzelnen Gewerken: „Da der neue Abwärmeverbund zukünftig mittels Wärmepumpentechnologie betrieben wird, werden die bestehenden Räumlichkeiten der Heizzentrale sowie Lagerräume für den Einbau der neuen Wärmepumpenanlage umgerüstet und zusätzlich benötigte Räume geschaffen. Danach werden die Wärmepumpen sowie die benötigten technischen Komponenten installiert.“ Bereits im Gange sind die Auskoppelungsarbeiten der Abwärme aus dem Kopswerk II. Hierfür wurde die heimische Firma Wagner aus Nüziders von den Energie- und Wirtschaftsbetrieben Hochmontafon (EWH) beauftragt. Die EWH beliefert in Folge den Abwärmeverbund Gaschurn-Partenen mit der ausgekoppelten Abwärme.
Vorhandene Energie nutzen
Während der aktuellen Vorbereitungen könne die Versorgung der Kunden in Gaschurn aus der bestehenden Biomasse-Heizungsanlage gewährleistet werden, informiert Bürgermeister Martin Netzer und ergänzt: „Mir liegt das Projekt am Herzen und es wäre uns wichtig, dass beide Orte durch das Abwärmeprojekt versorgt werden können. In dieser Zeit der Klimakrise ist die Nutzung der Abwärme ein Gebot der Stunde – wir sollten schauen, dass wir die bereits vorhandene Energie möglichst effizient einsetzen und jeder, der in diesem Versorgungsbereich wohnt, diese Chance auch nutzt.“ RAL