Covid19-Neuinfektionen: “Diese Situation haben wir im Griff”

Vorarlberg / 19.05.2020 • 17:00 Uhr
Covid19-Neuinfektionen: "Diese Situation haben wir im Griff"
Testungen wurden mittlerweile verstärkt auf Betreuungs- und Pflegepersonal ausgerichtet.

Land ruft 24-Stunden-Betreuerinnen zur Testung auf.

bregenz Nach einer Zeit der relativen Ruhe ist es in Vorarlberg wieder zu Neuinfektionen mit dem Coronavirus gekommen. Ein an Covid19-Erkrankter benötigt, wie berichtet, eine Spitalsbehandlung. Laut Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher geht es im aktuellen Fall um eine ältere Person mit Vorerkrankungen. Sie wurde ins Landeskrankenhaus Hohenems eingeliefert. Auf die Neuinfektionen angesprochen, sagte Landeshauptmann Markus Wallner: “Die fünf neuen Fälle können sehr gut zugeordnet werden. Ein Teil betrifft Personen, die aus Wien angereist sind. Ein Teil betrifft ein Pflegeheim. Diese Situation haben wir sehr gut im Griff. Wir tun alles, um Infektionsketten zu finden und Infizierte abzusondern.” Der Mai sei ein Öffnungsmonat. “Inwieweit diese Öffnungen neue Infektionen ausgelöst haben, können wir aber erst im Juni beurteilen”, ergänzte Wallner. Die Bevölkerung sei weiterhin dringend aufgerufen, die gesetzlich vorgeschriebenen Schutzmaßnahmen und Hygienerichtlinien einzuhalten.

Gesundheitslandesrätin Martina Rüscher beschäftigt derweil noch eine andere Sache, nämlich die Testung der 24-Stunden-Betreuerinnen. Rüscher: “Ich appelliere an die Familien, die eine 24-Stunden Pflege in Anspruch nehmen, eine Testung der Personenbetreuerin in Vorarlberg durchführen zu lassen.” Es gehe dabei auch um den Schutz der Bevölkerungsgruppe, die zu Hause betreut werde.

Um das Ansteckungsrisiko gering zu halten, empfiehlt die Landessanitätsdirektion, dass Betreuungspersonen, die nach der Einreise in Österreich einen Coronatest gemacht haben, vorübergehend in einem zur Verfügung gestellten Ersatzquartier (St. Arbogast, Hotel Viktor, Bildungshaus Batschuns und Schulsportzentrum Schruns) zu wohnen und sich weiteren Tests zu unterziehen. Für die 24-Stunden-Betreuerinnen bedeutet das fünf Tage Absonderung. Die Kosten trägt das Land.

Positiv und negativ

Die Wichtigkeit einer zweimaligen Testung wird anhand eines Beispiels unterstrichen: Eine 24-Stunden-Betreuerin reiste am Samstag nach Mittelberg und ging vorsorglich ohne Kontakt zur Pflegefamilie in Quarantäne. Die Frau war in Deutschland positiv auf Covid19 getestet, das Ergebnis jedoch erst nach der Einreise bekannt geworden. Daraufhin ermittelte das Infektionsteam die Kontaktpersonen und ordnete eine 14-tägige Quarantäne an. Ein PCR-Test in Vorarlberg verlief negativ. Gegen Ende der Quarantäne wird ein dritter Test durchgeführt.