Mit Ehrfurcht und Maske ins Klassenzimmer

Vorarlberg / 18.05.2020 • 17:45 Uhr
Mit Ehrfurcht und Maske ins Klassenzimmer
Abstand halten wird in der jahrgangsübergreifenden Klasse der Erst-und Zweitstüfler an der VS Hohenems Markt gleich einmal geübt. VN/PAULITSCH

An der Volksschule Hohenems Markt waren die Schüler beeindruckt von der besonderen Atmosphäre.

Hohenems Dem kleinen Steven ist das alles nicht geheuer. Er zupft unentwegt an seinem Mund-Nasen-Schutz, klammert sich an Mama Nadine. “Er hat noch Angst”, erklärt sie, während Steven bangen Blickes beobachtet, wie die Kinder einzeln das Schulgebäude der VS Hohenems-Markt betreten. Nadine Carbonari beteuert, dass sie ihrem Steven im Vorfeld alles erklärt habe. Die Praxis hat den Vorschüler nun aber eingeschüchtert.

Eine Maskenparade auf dem Weg zum Schulgebäude. Die Kinder der VS Hohenems Markt waren am ersten Schultag nach Corona sehr diszipliniert. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Eine Maskenparade auf dem Weg zum Schulgebäude. Die Kinder der VS Hohenems Markt waren am ersten Schultag nach Corona sehr diszipliniert. VN/Paulitsch

Viele sind froh

Da tun sich Lena und ihre Freundin Gülsüm schon etwas leichter. Sie sind fröhlich. “Ich habe meiner Gülsüm genau gesagt, was sie erwartet. Sie nimmt das alles auch problemlos hin”, spricht Mutter Fatma. Das alles ist für kleine Kinder schon sehr gewöhnungsbedürftig. Hände desinfizieren, Maskenpflicht beim Eintritt ins Gebäude, Händewaschen in der Klasse, strenge Sitzordnung, allein in einer Bank sitzen.

Der Coronagruß gilt auch an den Schulen. Lehrerin Sabrina Haid und Emir praktizieren das eindrucksvoll. <span class="copyright">VN/Paulitsch</span>
Der Coronagruß gilt auch an den Schulen. Lehrerin Sabrina Haid und Emir praktizieren das eindrucksvoll. VN/Paulitsch

Aber auch Lina kommt damit viel besser zurecht, als noch länger ohne ihre Freundinnen zu sein. “Lina hat sich sehr auf ihre Klassenkameradinnen gefreut. Ich bin auch froh, dass die Schule wieder in Betrieb ist, auch wenn unter diesen ungewöhnlichen Umständen”, beschreibt Mutter Tanja Fußenegger ihre Befindlichkeit. Die Unternehmerin, sie hat ein Friseurgeschäft, musste speziell in den vergangenen zwei Wochen viel improvisieren, um Lina gut betreut zu wissen.

Gewöhnungsbedürftig

Schauplatz Erdgeschoß, Übergangsklasse erste und zweite Stufe. Dort richtet sich Lehrerin Sabrina Haid auf den Unterricht in Coronazeiten ein. Gerade nähert sich Emir mit seinem Papa Fatih dem Klassenzimmer. Es gibt den Coronafußgruß, und schon geht’s in die Klasse. Dort sind neun Schüler, drei Mädchen und sechs Buben. Die Kinder sind sehr ruhig, wirken ob der strengen Sitzordnung und den strengen Regeln etwas eingeschüchtert. Im Hintergrund läuft sanfte klassische Musik. “Im Vorfeld waren sie sehr aufgeregt. Das haben mir die Eltern mitgeteilt. Jetzt sind sie entspannt. Das ist gut so”, erzählt Sabrina Haid.

Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen: Diese junge Dame hat  das verinnerlicht und geht mit gutem Beispiel voran.<span class="copyright"> VN/Paulitsch</span>
Hände waschen, Hände waschen, Hände waschen: Diese junge Dame hat das verinnerlicht und geht mit gutem Beispiel voran. VN/Paulitsch

Entspannt ist auch Direktor Christoph Jagg. Er weiß: Der Anfang ist geschafft. Es ging alles sehr ruhig über die Bühne. Zu ruhig? “Für die Kinder war das alles gewöhnungsbedürftig. Sie waren deshalb wohl beeindruckt. Aber das geht vorbei. Kinder sind Kinder, und sie werden sicher bald wieder lebendiger.”

“Kinder sind Kinder. Und sie werden sicher bald wieder lebendiger.”

Christoph Jagg, Direktor VS Hohenems Markt