Mit Ehrfurcht und Maske ins Klassenzimmer

An der Volksschule Hohenems Markt waren die Schüler beeindruckt von der besonderen Atmosphäre.
Hohenems Dem kleinen Steven ist das alles nicht geheuer. Er zupft unentwegt an seinem Mund-Nasen-Schutz, klammert sich an Mama Nadine. “Er hat noch Angst”, erklärt sie, während Steven bangen Blickes beobachtet, wie die Kinder einzeln das Schulgebäude der VS Hohenems-Markt betreten. Nadine Carbonari beteuert, dass sie ihrem Steven im Vorfeld alles erklärt habe. Die Praxis hat den Vorschüler nun aber eingeschüchtert.

Viele sind froh
Da tun sich Lena und ihre Freundin Gülsüm schon etwas leichter. Sie sind fröhlich. “Ich habe meiner Gülsüm genau gesagt, was sie erwartet. Sie nimmt das alles auch problemlos hin”, spricht Mutter Fatma. Das alles ist für kleine Kinder schon sehr gewöhnungsbedürftig. Hände desinfizieren, Maskenpflicht beim Eintritt ins Gebäude, Händewaschen in der Klasse, strenge Sitzordnung, allein in einer Bank sitzen.

Aber auch Lina kommt damit viel besser zurecht, als noch länger ohne ihre Freundinnen zu sein. “Lina hat sich sehr auf ihre Klassenkameradinnen gefreut. Ich bin auch froh, dass die Schule wieder in Betrieb ist, auch wenn unter diesen ungewöhnlichen Umständen”, beschreibt Mutter Tanja Fußenegger ihre Befindlichkeit. Die Unternehmerin, sie hat ein Friseurgeschäft, musste speziell in den vergangenen zwei Wochen viel improvisieren, um Lina gut betreut zu wissen.
Gewöhnungsbedürftig
Schauplatz Erdgeschoß, Übergangsklasse erste und zweite Stufe. Dort richtet sich Lehrerin Sabrina Haid auf den Unterricht in Coronazeiten ein. Gerade nähert sich Emir mit seinem Papa Fatih dem Klassenzimmer. Es gibt den Coronafußgruß, und schon geht’s in die Klasse. Dort sind neun Schüler, drei Mädchen und sechs Buben. Die Kinder sind sehr ruhig, wirken ob der strengen Sitzordnung und den strengen Regeln etwas eingeschüchtert. Im Hintergrund läuft sanfte klassische Musik. “Im Vorfeld waren sie sehr aufgeregt. Das haben mir die Eltern mitgeteilt. Jetzt sind sie entspannt. Das ist gut so”, erzählt Sabrina Haid.

Entspannt ist auch Direktor Christoph Jagg. Er weiß: Der Anfang ist geschafft. Es ging alles sehr ruhig über die Bühne. Zu ruhig? “Für die Kinder war das alles gewöhnungsbedürftig. Sie waren deshalb wohl beeindruckt. Aber das geht vorbei. Kinder sind Kinder, und sie werden sicher bald wieder lebendiger.”
“Kinder sind Kinder. Und sie werden sicher bald wieder lebendiger.”
Christoph Jagg, Direktor VS Hohenems Markt