Flüchtlinge aus serbischem Lkw befreit

Lkw-Fahrer hörten Stimmen aus dem Laderaum.
Hörbranz Schon wieder waren es Afghanen, schon wieder war es ein Lkw aus Serbien: Auf dem Parkplatz des ehemaligen Autobahnzollamts Hörbranz sind am Samstag vier Männer aus Afghanistan aus einem Lastwagen befreit worden. Andere Lkw-Fahrer hatten gegen 16 Uhr Stimmen aus dem Laderaum gehört und die Polizei verständigt.
Drei Tage unterwegs
Beamte der Autobahnpolizeiinspektion entfernten die serbische Zollplombe. Als sie die Tür des Sattelaufliegers öffneten, kamen vier junge Afghanen zum Vorschein. Einer von ihnen konnte sich mit einem Reisepass ausweisen, die anderen drei hatten keine Dokumente dabei, teilte die Polizei am Montag in einer Aussendung mit. Der Lkw-Fahrer ist demnach am Donnerstag (14. Mai) gegen 18 Uhr in Serbien losgefahren. Sein Ziel war Deutschland. Nach dem Fund wurde er vorübergehend festgenommen und zum Sachverhalt befragt. Ob der Mann wusste, wen er da drei Tage lang an Bord hatte, ist laut Polizei noch Gegenstand von Ermittlungen.
Die vier Flüchtlinge, die in Vorarlberg einen Asylantrag gestellt haben, wurden in das Polizeianhaltezentrum Bludenz überstellt. Die weiteren Ermittlungen werden von der Polizeiinspektion Feldkirch-Gisingen-Fremdenpolizei bzw. dem Bundesamts für Fremdenwesen und Asyl (BFA) geführt.
Blinde Passagiere
Anfang Mai wurden am Zollamtsplatz in Wolfurt fünf blinde Passagiere im Alter von rund 20 Jahren in einem Lkw entdeckt. Damals war es der Lkw-Fahrer selbst, der die Polizei verständigte. Die Beamten überprüften daraufhin den Sattelauflieger und stellten fest, dass er ordnungsgemäß verplompt war. Als sie selbst Stimmen und Klopfgeräusche aus dem Inneren des Sattelschleppers hörten, entfernten sie die Plompe. Die fünf Männer, die ebenfalls aus Afghanistan kamen, gaben in einer ersten Vernehmung an, dass sie mit der Hilfe eines pakistanischen Schleppers bereits in Serbien vor der Verplombung auf den Lkw kamen. In beiden Fällen haben die Männer die tagelange Reise im Auflieger gut überstanden.