Coronazeit mit Ausreißern bei den Sterbefällen in Vorarlberg

Vorarlberg / 12.05.2020 • 08:00 Uhr
Coronazeit mit Ausreißern bei den Sterbefällen in Vorarlberg
In Vorarlberg befindet sich aktuell nur noch eine an Corona erkrankte Person auf der Intensivstation. Insgesamt sind bisher 19 an Covid19 gestorben.

In einer Woche 50 Prozent mehr Sterbefälle als durchschnittlich im Vergleichszeitraum der vier Vorjahre.

Wien Weder eine Über- noch eine Untersterblichkeit: Diesen Befund attestieren die Chefstatistiker von Wien der Bundeshauptstadt. Die Frage der Übersterblichkeit sei in der Nachschau der Coronakrise eine der wichtigsten, sagen sie. Daran sei zu erkennen, ob nicht diagnostizierte Covid19-Fälle oder Kollateralschäden übersehen wurden.

Coronazeit mit Ausreißern bei den Sterbefällen in Vorarlberg

Die Statistik Austria hatte vor drei Wochen eine ähnliche Analyse erstellt, die Todesfälle 2020 mit einem Durchschnittswert von 2016 bis 2019 verglichen und Österreich eine Übersterblichkeit attestiert. Vom 16. März – dem Tag, an dem Gastronomie, Handel & Co schließen mussten – bis 26. April sind fast 10.500 Personen gestorben. Das sind 1150 Todesfälle oder 12,4 Prozent mehr als im Vergleichszeitraum der Vorjahre. In Vorarlberg ist die Zahl mit 384 Sterbefällen um 17,3 Prozent gewachsen. Zwei Ausreißer werden sichtbar: In den Kalenderwochen 14 und 16 starben 37,5 und 50,3 Prozent mehr (plus 21 bzw. 25 Todesfälle). Für diese Wochen wurden drei bzw. zwei Coronatote gemeldet. In der Woche ab 20. April (minus 11,7 Prozent Todesfälle) lag die Zahl der Coronatoten in Vorarlberg bei sechs.

Sterbefälle unterliegen Schwankungen, etwa durch Umwelteinflüsse oder saisonale Epidemien. Interpretationen sind also mit Vorsicht zu genießen. Die Statistikabteilung des Landes Vorarlberg sprach vor drei Wochen von möglichen statistischen Ausreißern.