Druck auf die Grenzbalken nimmt mächtig zu

Angesichts der Entwicklung von Corona sinkt Verständnis für Grenzblockaden.
Schwarzach „Jetzt, wo die Coronazahlen in den benachbarten Ländern zu Vorarlberg annähernd gleich sind, ist es nicht länger einzusehen, dass dieser Grenzverkehr weiter blockiert wird. Das Gleiche gilt natürlich für die Grenzen nach Liechtenstein und Deutschland.“ Diese Meinung herrscht bei Vertretern der meisten Branchen im Land. Vorarlberg verdanke sein Wirtschaftskraft nämlich sowohl dem Export als auch dem direkten Kundenverkehr und dem Tourismus. Darüber hinaus würden die ausländischen Kunden die handwerklichen Fähigkeiten der Betriebe schätzen. Vor allem im Raum Kummenberg, aber auch Lustenau und Feldkirch scheint das Verständnis für die Grenzblockaden drastisch im Sinken begriffen.
Beziehungen über Grenzen hinweg
Immerhin bestünden die wirtschaftlichen Verknüpfungen seit Jahrzehnten, wird von Geschäftsleuten in Gesprächen mit den VN erklärt. Auch die Industrie macht zunehmend stärker Druck auf die Grenzbalken und Kontrollen. Aber auch für die Gastronomie, die am 15. Mai wieder ihre Pforten öffnen darf, sind die Gäste aus dem benachbarten Ausland ein wichtiger Kundenstock. Darüber hinaus, so beispielsweise Manfred Böhmwalder als Obmann der Wirtschaft amKumma in Götzis, seien auch die zahlreichen freundschaftlichen und familiären Beziehungen über die Landesgrenzen hinweg ein Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist.
Dass Österreicher als Gäste die Einbrüche in der Sommersaison lindern könnten, wollen zumindest viele Wirte nicht so recht glauben. „Der österreichische Gast spielt in Vorarlberg traditionell eine eher geringe Rolle. Der Gast aus Wien oder Linz bleibt meist eher in Salzburg oder in Tirol hängen, kaum einer schafft es durch den Tunnel“, räumt Gastronomie-Fachgruppenobmann Andrew Nussbaumer vom Palast Hohenems ein. Und: „Für den ostösterreichischen Gast ist außerdem auch Kärnten attraktiv. Vorarlberg jedoch ist bei ,Heimat zuerst‘ für viele Österreicher nicht die erste Idee.“ VN-TW, RAU




