Tanzschule Hieble zwischen Ungewissheit und Hoffnung

Vorarlberg / 10.05.2020 • 16:00 Uhr
Tanzschule Hieble zwischen Ungewissheit und Hoffnung
Juanita Hieble-Tomio und ihre Tochter Anna leben im selben Haushalt. Wenn Anna nicht gerade lernt, hilft sie ihrer Mutter, Tanz-Videos zu drehen. VN/PAULITSCH

Tanzlehrerein Juanita Hieble-Tomio hofft auf einen baldigen Fahrplan der Regierung. Derweil gibt es Onlinekurse.

Dornbirn Wo normalerweise Dutzende Paare ihr Tanzbein schwingen und pure Lebensfreude verbreiten, herrscht nun schon seit Wochen gähnende Leere. „Es ist ein komisches Gefühl, die Tanzschule zu betreten, wenn kein Mensch hier ist“, bedauert Juanita Hieble-Tomio (50), Inhaberin der gleichnamigen Tanzschule. Seit über 40 Jahren gibt die staatlich geprüfte Tanzmeisterin ihre Faszination fürs Tanzen an andere weiter. In den lezten  Jahrzehnten musste sie schon einige Tiefen meisten. „So etwas haben wir aber noch nie erlebt“, sagt die Vizepräsidentin des Verbandes der Tanzlehrer Österreichs.

“Müssen wissen, wann wir wieder öffnen können”

Seit 14. März sind die Türen in der Tanzschule Hieble in Dornbirn geschlossen. “Da bei uns viele Leute ein und aus gehen, haben wir schon zwei Tage früher geschlossen. Die Gesundheit unserer Kunden hatte immer schon oberste Priorität.” Seit der Schließung ist nichts mehr, wie es einmal war. “Wir versuchen über die Runden zu kommen, aber das ist schwierig, weil Betriebskosten und Miete ja weiterhin zu zahlen sind”, erzählt Hieble-Tomio. Die Tanzlehrerein bangt inzwischen auch um ihre Existenz, sollten die Türen noch länger geschlossen bleiben. Daher hofft sie auf einen baldigen Fahrplan der Regierung, wie es mit den Tanzschulen weitergeht. “Wir müssen wissen, wann und unter welchen Auflagen wir wieder öffnen dürfen, damit wir in die Planung gehen können.”

“Wir wollen positiv bleiben”

Da die Tanzschule über rund 600 Quadratmeter große Räumlichkeiten verfüge, könnten bei einer Wiedereröffnung entsprechende Schutzvorschriften problemlos eingehalten werden: “Tanzpaare leben ja ohnehin meist im selben Haushalt, außerdem könnten Abstandsregeln durch reduzierte Gruppengrößen und entsprechende Bodenmarkierungen gut eingehalten werden. Wir könnten uns auch vorstellen, dass Plexiglasvisiere zum Einsatz kommen”, unterstreicht Hieble-Tomio.

Juanita Hieble-Tomio gibt mit ihrer Tochter Anna Online-Unterricht für Mitglieder.

Die Krise hat wie viele andere Unternehmen auch Juanita Hieble-Tomio dazu gezwungen, kreativ zu werden. Solange die Tanzschule geschlossen bleibt, gibt sie gemeinsam mit ihrer Tochter Anna (24) Onlinetanzunterricht für Mitglieder. “Wir wollen trotzdem positiv bleiben, daher stellen wir unseren Kunden Tanzvideos und Musikempfehlungen zur Verfügung.” Gedreht werden die Videos in der Tanzschule, im Garten oder eben im Wohnzimmer. “Tanzen kann man überall”, sagt sie schmunzelnd. Ob Salsa, Cha Cha Cha, Wiener Walzer oder Line-Dance, es werden sowohl Videos für Anfänger, Fortgeschrittene und Tänzer ohne Partner produziert. “Alle Tänze sind wohnzimmertauglich, das heißt, man braucht nicht viel Platz um die Tanzbewegungen durchzuführen”, erläutert Hieble-Tomio. Rund 50 Prozent der Kunden zahlen weiterhin ihren Mitgliedsbeitrag, um das Onlineangebot in Anspruch zu nehmen. “Es freut uns sehr, dass uns so viele Mitglieder die Treue halten. Das gibt uns Hoffnung, dass wir die Krise meistern werden.”