Dramatischer Kampf gegen Covid19

Hubert Forster lag 32 Tage in Hohenems auf der Intensivstation.
Hard Hinter Annemarie Forster und ihrer Familie liegen schwere Zeiten. Wochenlang mussten sie um das Leben des Ehemanns, Vaters und Großvaters bangen. Hubert Forster (64) wurde ein Opfer des Coronavirus. Erschwerend kam bei ihm hinzu, dass er an der Lungenkrankheit COPD litt. „Ich habe noch nie einen so kranken Menschen gesehen“, erzählt seine Frau. 32 Tage lang musste der Harder auf der Intensivstation des Landeskrankenhauses Hohenems künstlich beatmet werden. Dann endlich kam die erlösende Nachricht. Hubert war über den Berg. Vergangene Woche durfte Annemarie ihren Mann nach Hause holen.
Wie ein Tsunami
„Was uns widerfahren ist, traf uns wie ein Tsunami, unvorbereitet und mit voller Härte“, beschreibt Annemarie Forster das dramatische Geschehen. Deshalb ist es ihr wichtig, zuallererst einmal danke zu sagen: „Danke an die Belegschaft des LKH Hohenems, die Unmögliches möglich gemacht hat. Danke meiner Familie und meinen Nachbarn, die jederzeit für mich da waren und mir Trost und Zuversicht spendeten. Ich werde euch das nie vergessen. Danke allen, die dazu beigetragen haben, das Leben eines schwer Erkrankten zu retten und mir geholfen haben, das alles durchzustehen. Danke für eure Arbeit. Danke, dass ihr für uns da seid. Danke, dass es euch gibt!“
Covid19 erwischte Hubert Forster mit voller Wucht. „Als er plötzlich Fieber bekam, wurde ein Test durchgeführt. Das mobile Testteam, das zu uns nach Hause kam, hat meinen Mann sofort mitgenommen und ins LKH Hohenems eingeliefert“, schildert Annemarie Forster den Beginn einer langen und schweren Zeit. Das Abwarten, Bangen und Hoffen sei beinahe unerträglich gewesen. Dazu kam die Isolation. Wegen der Ausgangsbeschränkungen durfte Annemarie niemanden besuchen und niemand durfte sie besuchen. Das Alleinsein zermürbte. Besonders abends begannen die Gedanken um das Unheil zu kreisen. Untertags holten sie die Nachbarn, so gut es auf Abstand eben ging, aus der Tristesse. „Ich habe wirklich tolle Nachbarn“, will Annemarie Forster noch gesagt haben.
Einsamer Kampf
Belastet hat sie auch, dass sie nicht zu ihrem Mann konnte, nicht mit ihm reden, nicht seine Hand halten konnte. Ihn auch nichts fragen konnte. Jede Entscheidung musste Annemarie selbst treffen. Dazu das Wissen, dass es kein Mittel gegen das Virus gab, dass ihr Mann selbst kämpfen musste. Annemarie Forster blieb nur das tägliche Telefonat mit den Ärzten. „Ich konnte jederzeit anrufen, sie hatten immer ein offenes Ohr für mich.“ Sie haben auch gefragt, wie es ihr mit der Situation geht. „Das hat mir gutgetan.“
Obwohl nach wochenlangem Fieber, im künstlichen Koma und am Beatmungsgerät angeschlossen kaum noch Hoffnung für Hubert bestand, gaben Ärzte und Pflegepersonal im LKH Hohenems nicht auf. „Mit unermüdlichem Einsatz und unter extrem erschwerten und belastenden Bedingungen haben sie alle erdenklichen Möglichkeiten ausgeschöpft und mit meinem Mann ums Überleben gerungen“, fügt Annemarie Forster dankbar an und ergänzt mit emotionaler Stimme: „Wir haben uns nicht nur medizinisch, sondern auch menschlich bestens versorgt und verstanden gefühlt. Die Menschen, die unser Gesundheitssystem aufrechterhalten, haben wirklich Unglaubliches geleistet.“
Inzwischen sind Annemarie und Hubert wieder vereint. Doch der Weg zurück in die Normalität wird ein langer sein. Covid19 hat an Hubert Forster gezehrt. Er, der früher gerne in die Berge und zum Skifahren ging, schafft es heute kaum noch, eine Treppe zu bewältigen. In eine Reha will er trotzdem nicht. „Ich päpple ihn daheim auf“, sagt Annemarie Forster, und es ist ihr anzuhören, dass sie nichts lieber tut als das.