Coronainfektionen: Beinahe Stillstand in Bodenseeregion

Vorarlberg / 04.05.2020 • 18:30 Uhr
Coronainfektionen: Beinahe Stillstand in Bodenseeregion
Die Zahl der bestätigten Infektionen im Bodenseeraum stagniert weitgehend. APA

In Vorarlberg und seiner unmittelbaren Umgebung gibt es kaum noch neue Infektionen.

SCHWARZACH Da und dort ist es später losgegangen und hat es dann auch länger gedauert. Mittlerweile aber gibt es eine beruhigende Cvoid19-Entwicklung in Vorarlberg und der gesamten Nachbarschaft. Wenn überhaupt, werden nur noch wenige Neuinfektionen festgestellt. Dennoch ist Vorsicht geboten.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder hat für Dienstag und Mittwoch Fahrpläne für weitere Lockerungen angekündigt, aber gleich hinzugefügt, dass man zurückhaltend bleiben werde. Details ließ er offen. Söder hat gute Gründe, nicht gleich zu größtmöglicher Normalität überzugehen: In Bayern werden über 43.000 bestätigte Infektionen verzeichnet, pro 100.000 Einwohner sind es 332. Zum Vergleich: Vorarlberg hält bei einer Quote von 220. In Oberbayern und der Oberpfalz gibt es besonders viele Fälle und auch „Hotspots“ wie die Landkreise Rosenheim (796) und Tirschenreuth (1531 pro 100.000 Einwohner). Immerhin aber sind die Zuwächse überall stark gesunken. In Tirschenreuth, wo ein Starkbierfest als Ausgangspunkt der Pandemie gilt, herrschte zuletzt überhaupt Stillstand.

Bayernweit ist die Reproduktionszahl unter eins gesunken. Von einer infizierten Person seien bereits Ende April nur noch 0,8 weitere Personen angesteckt worden, erfuhren die VN beim Landesamt für Gesundheit. Das habe das Robert Koch-Institut ermittelt. Die Pandemie würde damit allmählich abklingen.

Vergleichsweise gut im Freistaat-Vergleich liegen die an Vorarlberg grenzenden Landkreise Lindau und Oberallgäu. Sie halten bei 294 und 108 Infektionen pro 100.000 Einwohner – und das wiederum sind kaum mehr als vor einer Woche.

Coronainfektionen: Beinahe Stillstand in Bodenseeregion

De facto gestoppt worden ist die Covid19-Ausbreitung auch in Liechtenstein. Hier gibt es 216 Fälle gemessen an der Bevölkerung, wie der Datenbank des eidgenössischen Bundesamtes für Gesundheit zu entnehmen ist, die auch Angaben zum Fürstentum enthält. In der Schweiz selbst hat sich das Infektionsgeschehen beruhigt. Von Sonntag auf gestern kamen keine 100 Fälle mehr dazu. Stand: Knapp 30.000 Infektionen bzw. 349 pro 100.000 Einwohner.

Für den Kanton St. Gallen werden 153 pro 100.000 Einwohner ausgewiesen. In einer Woche sind vier dazu gekommen. In Graubünden, das Norditalien näher ist, handelt es sich um 399. Aber auch hier ist das Plus mit sechs im selben Zeitraum relativ gering.

Die meisten Infektionen gemessen an der Bevölkerung existieren in der österreichischen Nachbarschaft. Und zwar in Tirol mit 463. Selbst aus dem Covid19-Zentrum Ischgl wird jedoch seit Tagen kein neuer Fall mehr gemeldet.