Museum in Lech geht neue Wege

Lechmuseum startet als virtuelles Museum durch.
Lech Selbst ein Haus, das mehr als 400 Jahre alt ist, kann sich innerhalb kurzer Zeit in einen virtuellen Ort verwandeln: Das Lechmuseum folgt dem Motto des Österreichischen Museumsbundes #closedbutactive und macht seine Angebote online zugänglich. Das virtuelle Museum setzt neben der Vermittlung vielfältiger Inhalte auch auf Beteiligung und präsentiert sich als Ort der Dokumentation und des Austauschs. „Unser Anspruch ist es, zeitgemäße und gesellschaftlich relevante Ausstellungen zu machen, die immer unmittelbar mit dem Ort und den Menschen zu tun haben“, erklärt Museumsleiterin Monika Gärtner. Es sei daher selbstverständlich, die Bevölkerung auch in der derzeitigen Situation zur Beteiligung aufzurufen: „Wir laden die Menschen ein, andere an ihrem Erleben teilhaben zu lassen. Ob sie schreiben, fotografieren oder auf andere Weise Einblick geben möchten – wir sind für alles offen,“ so Gärtner.
Was gibt es alles im Museum zum Hören? Zum Beispiel das rhythmische Saugen eines Kalbes an seinem Milchkübel. Welche Erinnerungen weckt der polternde Lech, wenn er im Frühling Schmelzwasser führt? Was Besucher normalerweise in einer Kammer im Huber-Hus im Lehnstuhl sitzend erleben können, ist jetzt auch zu Hause am Sofa oder unterwegs mit dem Smartphone zu hören: Die Toninstallation „Im Rhythmus des Alltags“ mit Geschichten und vielen spannenden Klängen steht im virtuellen Museum mit neun Klangreisen in vergangene und gegenwärtige Welten zur Verfügung.

Virtueller Museumsrundgang
Die aktuelle Sonderausstellung „The sound of Lech“ wurde bis April 2021 verlängert. Trotz geschlossener Museumstür ist nun auf der Webseite der Video-Rundgang zu sehen, in dem Museumsleiterin Monika Gärtner zeigt und erklärt, wie sie Besucher zum Hören anstiftet.
Eines der eindrucksvollsten Exponate ist eine alte, sogar noch funktionierende Telefonvermittlungsanlage, wie sie früher in Hotels gebräuchlich war. „Die Rezeptionistinnen der Hotels hatten allerhand zu tun, um immer die richtigen Stöpsel für die gerade gefragte Verbindung zu erwischen“, sagt Monika Gärtner und fügt schmunzelnd hinzu: „manche haben uns erzählt, dass sie ja immer wieder hören mussten, ob ein Gespräch schon beendet war und somit dabei unabsichtlich so manches Detail mitgehört haben.“
Kinder im Museum
Ein kleiner Film stellt die Museumsmaus Huberta vor, die sehr lustige Wörter kennt und viel über die Geschichte des alten Hauses erzählen kann. Neben einigen interessanten Geräuschen ist im Film über die fröhliche Maus auch ein Rätsel versteckt. Wer beim Gewinnspiel mitmacht, erhält ein Huberta-Geschenk. MEK