Impfpflicht gegen Corona wird schon zum Thema

Vorarlberg / 27.04.2020 • 19:00 Uhr
Impfpflicht gegen Corona wird schon zum Thema
Die Coronapandemie hat die Diskussion um eine Impfpflicht gegen das Virus befeuert. APA

Landessanitätsdirektor bremst die Diskussion.

Bregenz Noch ist weit und breit kein Impfstoff gegen das Coronavirus in Sicht, trotzdem wird bereits über eine mögliche Impfpflicht diskutiert, so etwa in Deutschland. Dort spricht sich einer Umfrage zufolge die Mehrheit für eine verpflichtende Impfung gegen das neue Coronavirus aus. 45 Prozent der Befragten wünschen sich auf jeden Fall eine Impfpflicht, sobald es einen Impfstoff gibt. 16 Prozent beantworteten die Frage mit “eher ja”. Das geht aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Civey-Instituts für das Nachrichtenportal t-online.de hervor.

Diskussion kommt zu früh

Der Vorarlberger Landessanitätsdirektor Wolfgang Grabher hält diese Diskussion zum jetzigen Zeitpunkt allerdings für viel zu früh. “Darüber können wir uns Gedanken machen, wenn ein Impfstoff auf dem Markt ist”, sagte er im VN-Gespräch. “Wäre jetzt ein Impfstoff verfügbar, gibt Grabher noch zu bedenken, “bräuchte es mit Sicherheit keine Impfpflicht, weil die Leute auf das Coronavirus sensibilisiert wären.” Sei die Pandemie aber erst einmal zur Realität geworden, sehe die Sache vermutlich anders aus. “Es hängt also viel davon ab, wann ein Impfstoff kommt”, führt der Landessanitätsdirektor weiter aus. Dann gehe es auch noch um die Risikoabwägung: Wie wirksam ist der Impfstoff und wie verträglich.

In Deutschland steht der Erhebung zufolge vor allem die ältere Bevölkerung hinter der Impfpflicht. Bei den über 65-Jährigen waren es 77 Prozent. Weltweit wird an einem Impfstoff gegen Sars-CoV-2 geforscht. Vergangene Woche bekam erstmals ein Hersteller in Deutschland eine Zulassung für die klinische Prüfung eines Impfstoff-Kandidaten. Dass heuer ein Impfstoff für die allgemeine Bevölkerung zur Verfügung stehen könnte, gilt als unwahrscheinlich. Ein Schweizer Immunologe hält das, wie berichtet, aber für möglich.