So wirkt sich die Öffnung des Handels auf den Verkehr aus

Vorarlberg / 24.04.2020 • 19:00 Uhr
So wirkt sich die Öffnung des Handels auf den Verkehr aus
Stadttunnel und S-Bahn sollen die Feldkircher Bärenkreuzung entlasten. VN/HB

Verkehrszahlen steigen wieder. Diskussion über S-Bahn und Stadttunnel.

Bregenz Es ist ruhig auf Vorarlbergs Straßen. Wie berichtet, hat sich das Verkehrsaufkommen nach den Ausgangsbeschränkungen zum Teil mehr als halbiert. Doch mittlerweile kommt das Leben langsam wieder in Gang, was auch auf den Straßen zu sehen ist.

Auf der L 204 Dornbirn Süd wurden vor Corona 24.406 Autos pro Tag gezählt. Auf der L 190 in Lochau waren es 14.645 und in Bludenz 12.478. Zwei Wochen später kehrte Ruhe ein. Bei Dornbirn Süd waren 57,8 Prozent weniger Autos unterwegs (10.305). In Lochau nahm die Zahl um 52,1 Prozent (auf 7015) ab, in Bludenz um 52 Prozent (5993). Mittlerweile ist Einkaufen wieder erlaubt, auf den Straßen herrscht mehr Bewegung. In Bludenz wurden in der Woche ab dem 13. April 10.116 Autos pro Tag gezählt, in Lochau 10.137 und bei Dornbirn Süd 13.712. Auch auf Autobahnen sind die Einschränkungen spürbar. Laut einer VCÖ-Auswertung der Asfinag-Zählstellen sind auf der S 16 53 Prozent weniger Autos unterwegs. Nur auf der Brennerautobahn ist der Rückgang noch stärker.

Stadttunnel, FL.A.CH oder beides?

Wie es nach Corona aussieht, kann niemand sagen. Infrastrukturprojekte wie der Stadttunnel könnten sich aber laut Landeshauptmann Markus Wallner verzögern. Ganz anders sieht es bei FL.A.CH aus. Anfang Woche wurde die Unterschrift der Absichtserklärung mit Liechtenstein vermeldet. Landesrat Johannes Rauch jubelte: “Es freut mich sehr, dass nun die S-Bahn Realität wird. Sie könnte eine attraktive Mobilitätslösung für die Grenzregion bieten – ganz ohne Stau.” Das hat den Feldkircher Bürgermeister Wolfgang Matt auf den Plan gerufen. Er spricht von gefährlichen Halbwahrheiten. “Es könnte den Eindruck erwecken, das gesamte Projekt sei beschlossene Sache und alle Fragen geklärt.” Man dürfe keine falschen Hoffnungen machen. Und er warnt davor, zu diskutieren, ob die S-Bahn eine Alternative zum Stadttunnel sein kann. Der Tunnel sei alternativlos.