Mit den Liebsten in Kontakt bleiben

Vorarlberg / 24.04.2020 • 21:05 Uhr
Mit der App, die intuitiv zu bedienen ist, können Angehörige mit ihren Liebsten in den Pflege- und Seniorenheimen mittels Videochat persönlichen Kontakt halten.
Mit der App, die intuitiv zu bedienen ist, können Angehörige mit ihren Liebsten in den Pflege- und Seniorenheimen mittels Videochat persönlichen Kontakt halten.

Götzner Unternehmen hat kostenlose Videotelefonielösung für Pflege- und Seniorenheime entwickelt.

Götzis Sie ist in fünf Pflegeheimen sowie in drei betreuten Wohngemeinschaften in Vorarlberg bereits erfolgreich im Einsatz. Die Rede ist von der kostenlosen App, mit der Angehörige, die aufgrund des Besuchsverbots nicht vorbeikommen können, sehr einfach mittels Videochat persönlichen Kontakt zu ihren Liebsten halten können.

Entwickelt hat diese Videotelefonielösung das Götzner Unternehmen Fusonic. „Als die Coronakrise losging, war uns klar: Wir wollen konkret etwas tun, um zu helfen“, sagt Geschäftsführer Matthias Burtscher. Das siebenköpfige Team ließ also die Köpfe rauchen und baute in Rekordzeit eine App.

Auch ohne Vorkenntnisse

„Der Vorteil“, erklärt Burtscher, „liegt bei ihrer einfachen, intuitiven Bedienung. Es werden alle Schritte erklärt. Deshalb ist sie auch für Nutzer ohne technische Vorkenntnisse gut geeignet.“ Dem Pflegepersonal bringe die Lösung zudem Erleichterung in der Organisationsarbeit.

Matthias Burtscher von Fusonic: „Als die Coronakrise losging, war uns klar: Wir wollen konkret etwas tun, um zu helfen.“
Matthias Burtscher von Fusonic: „Als die Coronakrise losging, war uns klar: Wir wollen konkret etwas tun, um zu helfen.“

Das erste Feedback von Pflegeheimen ist dabei durchwegs positiv. Das Sozialzentrum Josefsheim in Hörbranz hatte die App erstmals über Ostern im Einsatz. „Ich bin erstaunt, welch positive Wirkung diese einfache Art der Videotelefonie auf unsere Bewohner hatte. Sogar bei demenzerkrankten Menschen konnten wir die Freude und die positiven Emotionen sehen – das war wirklich berührend“, erzählt Geschäftsführer Matthias Pfanner. Sehr praktisch sei dabei auch die digitale Terminverwaltung, bei der sich Familie oder Verwandte online eintragen können.

Auch im Haus Klosterreben im Sozialzentrum Rankweil ist die App im Einsatz.  Weshalb, erklärt Barbara Bischof-Gantner so: „Wir stehen vor der großen Herausforderung, wie wir Videotelefonie koordinieren sollen. Zudem fehlt es am technischen Know-how.“ Mit der App wurden in einer Woche nun bereits 15 Videotelefonate bei 80 Bewohnern geführt.

Nicht nur in Coronazeiten

Bei Fusonic würde man sich freuen, wenn noch mehr Pflegeheime im Land den kostenlosen App-Service nutzen würden. Dieser sei auch abseits der Corona-Beschränkungen eine sehr gute Lösung, ist Matthias Burtscher überzeugt. „Es gibt viele alltägliche Gründe, warum ein persönlicher Kontakt nicht möglich ist. Nicht selten wohnen Angehörige im Ausland oder sind aus Mobilitäts- oder gesundheitlichen Gründen nicht in der Lage, einen Besuch “von Angesicht zu Angesicht” zu machen.“

In Vorarlberg richtet Fusonic das System für die Zeit der Besuchsbeschränkung kostenfrei in allen Pflege- und Seniorenheimen ein. Gestellt werden muss die Hardware (Tablets).