290 Polyschüler suchen Lehrstelle – gemeinsame Initiative im Gang

Vorarlberg / 22.04.2020 • 16:00 Uhr
290 Polyschüler suchen Lehrstelle - gemeinsame Initiative im Gang
Die Bewerbung von Jugendlichen für eine Lehre ist durch die gegebenen Umstände heuer nicht so leicht. Die polyteschnischen Schulen des Landes starten nun eine Initiative. APA

Polytechnische Schulen des Landes starten Online-Offensive zur Vermittlung von Lehrstellen.

Bludenz 290 Schüler der insgesamt elf polytechnischen Schulen im Land suchen derzeit noch eine Lehrstelle. Andersrum: 257 offene Berufsausbildungsplätze melden die heimischen Betriebe selbst in dieser schwierigen Zeit.

Und da eine unkomplizierte Bewerbung samt persönlichem Bewerbungsgespräch derzeit kaum möglich ist, haben die polytechnischen Schulen des Landes eine Online-Vermittlungsoffensive gestartet.

In Bludenz begann’s

Ausgangspunkt dieser konzertierten Aktion ist die polytechnische Schule Bludenz mit Direktorin Bettina Prax (39). “Wir haben zuerst nur an unserer Schule mit Hilfe des Onlinportals ‘myLehre’ versucht, 29 Schülern, die noch keine Lehrstalle gefunden haben, bei der Suche zu helfen. Wir haben über dieses Portal einen Newsletter transportiert, mit dem wir die in Frage kommenden Unternehmen erreichen wollen. Die Firmen sollen uns mittels eines Fragekataloges ihre Anforderungen an die künftigen Lehrlinge bekannt geben. Und vor allem wie viele Lehrstellen in welchen Bereichen sie noch zur Verfügung haben.”

Regionale Verteilung

Schnell wurde Prax klar: “Wir müssen diese Initiative als gemeinsame Aktion aller elf polytechnischen Schulen im Land verfolgen. Gemeinsam erreichen wird doch viel mehr.” Die Direktorenkolleginnen und Kollegen der anderen Polys ließen sich nicht lange bitten. Die Lehrlingsvermittlung mit gegenseitigem Informationsaustausch von Betrieben und Schulen läuft nun im ganzen Land.

“Wir müssen diese Initative als gemeinsame Aktion aller Polys umsetzen.”

Bettina Prax, Direktorin Polytechnische Schule Bludenz

Die angebotenen Stellen samt Anforderungsprofilen werden regional gebündelt an die Schulen geschickt, die Schüler können sich bewerben. “Diese Art der Stellenvermittlung ist gerade in Zeiten empfohlener physischer Kontaktmeidung sehr wichtig”, betont Direktorin Prax. Mit dem Newsletter sollen 2600 Ansprechpersonen in 2200 Betrieben erreicht werden.

“Wir sehen uns mit unserem Portal als als Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft und würden uns sehr gerne mit der Wirtschaftskammer und deren Onlineportal vernetzen”, erklärt Michael Fritz, der Begründer von “myLehre”

Positives Feedback von Wirtschaft

Die Unternehmen scheinen diese Art der Vernetzung zu schätzen. “Diese Art der Vermittlung ist sehr gut und wirklich kundenorientiert. Wir machen seit drei Jahren gute Erfahrungen damit. Das müsste noch mehr gepusht werden”, meint Dieter Hämmerle, Chef der Lehrlingsausbildung bei Blum, dem größten Industrieunternehmen des Landes.

“Noch haben wir unsere freien Lehrstellen nicht besetzt und warten auf Bewerbungen. Wir bräuchten zwei Metalltechniker, zwei Textiltechnologen und drei Elektriker. Diese Initiative ist gut, aber sie muss wohl erst noch richtig anlaufen”, meint Ingrid Jenny, Lehrlingsbeauftragte bei Getzner.

“Wir warten noch auf Bewerber für unsere sechs Lehrstellen”, sagt auch Gewondoline Waibel von der Mangold Bäckerei mit ihren zahlreichen Filialen im Land. Nachsatz: “Natürlich hoffen wir, dass uns diese Art der Rekrutierung hilft.”