Blutplasma für Covid19-Behandlung steht bereit

Vorarlberg / 20.04.2020 • 22:00 Uhr
Blutplasma für Covid19-Behandlung steht bereit
Blutplasma wird in Coronazeiten zu einem immer begehrten Produkt. ROTES KREUZ

Spendenbereitschaft wird als sehr groß beschrieben.

schwarzach Es ist ein zähes Warten, doch noch ist der Durchbruch, der eine wirksame Behandlung für Covid19-Patienten bringt, nicht geschafft. Dabei wird weltweit in Labors fieberhaft an Medikamenten und Impfungen gearbeitet. Als eine mögliche Therapie gilt, wie in den VN berichtet, auch die Gabe von Blutplasma, das Antikörper von bereits genesenen Covid19-Patienten enthält. Währenddessen kommt aus dem Uniklinikum Graz eine durchaus frohe Botschaft. Ein 36-jähriger Obersteirer, der Anfang März positiv auf das Coronavirus getestet worden war und sich in einem schlechten Allgemeinzustand befand, erhielt zwei Gaben des Plasmas eines Einzelspenders. Nur wenige Tage später konnte er von der Intensivstation auf die Normalstation verlegt werden. Er gilt inzwischen als von Covid19 genesen.

Spendenbereitschaft

In Vorarlberg hat das Rote Kreuz ebenfalls Genesene zur Plasmaspende aufgerufen.Wie der Leiter der Blutbank im Landeskrankenhaus Feldkirch, Primar Peter Fraunberger, auf VN-Anfrage bestätigte, wurden bereits mehrere Plasmaprodukte hergestellt und eingefroren. Die Spendebereitschaft der Covid-Genesenen beschreibt er als sehr hoch. Fraunbergern: „Wir können in absehbarer Zeit einen ausreichenden Vorrat für die eventuelle Gabe dieser Plasmen bereitstellen. Bisher wurden jedoch noch keine Patienten in Vorarlberg behandelt.“

Eine Gruppe darf aber nicht helfen, selbst wenn sie es möchte. Laut Blutspendeverordnung gilt für Männer, die Geschlechtsverkehr mit anderen Männern haben, eine zwölfmonatige Wartefrist nach dem letzten gleichgeschlechtlichen Sex. Das bedeutet: Bi- und homosexuelle Männer dürfen kein Blut spenden. Diese Diskriminierung gilt nun offenbar auch beim Blutplasma, ärgert sich Michael Andreas Egger, Vorsitzender der Soho Vorarlberg. Die Sozialdemokratische Homosexuellenvereinigung fordert das Ende dieser Regel. In anderen Ländern wird vor einer Spende das Risikoverhalten aller Spender abgefragt. In Österreich gilt diese Gruppe generell als Risiko. „Österreich sollte die aktuelle Situation zum Anlass nehmen, um endlich mit dieser antiquierten Richtlinie aufzuräumen“, fordert Egger.

Geschädigte Lunge

Weiterhin im Land befinden sich zwei der drei Südtiroler Covid19-Patienten, die Ende März ins LKH Feldkirch transferiert und auf der Intensivstation beatmet wurden. Nun konnte zumindest ein Patient wieder in ein Spital in der Heimat verlegt werden. Die relativ langen Beatmungsphasen, die Covid-Betroffene mit schweren Krankheitsverläufen benötigen, bleiben nicht ohne Auswirkungen. „Diese Patienten brauchen oft lange, bis sie wieder in eine einigermaßen normale Lebenssituation kommen“, weiß Primar Peter Cerkl, Leiter der Pulmologie im LKH Hohenems, das derzeit ein Coronaspital ist.

Häufig sei im Anschluss an den Spitalsaufenthalt sogar noch eine Reha nötig. Eine künstliche Beatmung könne außerdem die Lunge schädigen. Das tut auch das Coronavirus. Für eine Beantwortung der Frage, ob die Beeinträchtigungen bestehen bleiben, ist es laut Cerkl aber noch zu früh. „Die Patienten gehen mit Veränderungen an der Lunge nach Hause, wie lange die Heilung dauert und ob die Schäden vollständig abheilen, lässt sich derzeit noch nicht beurteilen.“ 

Bekannt ist mittlerweile auch die Altersstruktur der an Covid19 verstorbenen Personen. Wie von Landesseite verlautete, lag das Alter der Frauen und Männer zwischen 66 und 98 Jahren. Neun Todesopfer wurden bislang in Vorarlberg registriert, die als Folge der Virusinfektion verstorben sind, fünf von ihnen waren männlich. Vier weitere Personen starben, die auf das Virus positiv getestet worden waren.