Ein Sommer ohne Musikfestivals?

Abwarten, absagen oder verschieben? Wir zeigen einen Überblick über regionale und internationele Sommerfestivals und deren Pläne.
Schwarzach, Wien In Deutschland fällt der Festivalsommer in diesem Jahr komplett aus, da Großveranstaltungen bis Ende August verboten sind. Auch in Österreich wurden bereits größere Open Airs abgesagt, andere wiederum haben noch ein wenig Hoffnung. Wir geben einen Überblick.
Poolbar-Festival, Feldkirch : Noch offen

Beim Poolbar-Festival (u.a. mit Metronomy, Clutch, Erol Alkan, Jeremy Loops) laufen die Vorbereitungen vorerst nach Plan weiter. Dennoch bereite man sich laut Poolbar-Chef Herwig Bauer auf alle Eventualitäten vor. Auch eine Verschiebung des Festivals schließt der Festivalleiter nicht aus. „Wir überlegen, das Festival um ein bis zwei Wochen nach hinten zu verschieben, und vermutlich wird der Außenbereich eine noch größere Bedeutung haben.“ Außerdem laufen Überlegungen und Gespräche, wie man auf mögliche Einschränkungen und Vorgaben reagieren könnte. Herwig Bauer verfolgt auch die Entwicklungen in Deutschland, wo Großveranstaltungen bis 31. August verboten werden sollen. „Diese Maßnahme hat sicherlich eine Vorbildwirkung für andere Länder. Wir warten aber die genaue Präzisierung unserer Bundesregierung ab, inwiefern Veranstaltungen in Österreich durchgeführt werden können“, erklärt Bauer.
Szene Openair, Lustenau: Noch offen

Das größte Festival Westösterreichs zieht jährlich 25.000 Musikfreunde an den Alten Rhein. Bei den Veranstaltern des Szene Openair herrscht naturgemäß Verunsicherung. „Wir gehen davon aus, dass auch noch im Juli Beschränkungen bei Veranstaltungen gelten werden“, sagt Festivalchef Hannes Hagen auch angesichts der beschlossenen Maßnahmen in Deutschland. Hagen hofft auf eine rasche Aufklärung der Regierung. Ende Mai wäre der letztmögliche Zeitpunkt für die Veranstalter, das Festival absagen zu können. „Wir müssen jederzeit mit einer Absage rechnen. Wir sind auf alles vorbereitet. Die Gesundheit geht in diesen Zeiten vor.” Fixierte Acts sind u.a. Loredana, Dropkick Murphys und Raf Camora.
Donauinselfest, Wien: Verschoben

Das Coronavirus sorgt auch für eine Verschiebung des Donauinselfestes. Statt im Juni wird das Festival vom 18. bis zum 20. September stattfinden. Das Inselfest musste bereits einmal in den Spätsommer ausweichen: Die 25. Ausgabe wurde 2008 wegen der Fußball-EM auf Anfang September verlegt. Im letzten Jahr kamen 2,4 Millionen Besucher.
Electric Love Festival, Salzburg: Abgesagt!

Das Electric Love Festival fällt dem Coronavirus zum Opfer. Rund 180.000 Besucher wären zum Salzburgring geströmt. „In diesem Sommer gibt es wohl Wichtigeres als das Electric Love“, sagt Veranstalter Manuel Reifenauer.
Nova Rock, Nickelsdorf: Abgesagt!

Da Veranstaltungen jeglicher Art bis Ende Juni verboten sind, musste das Nova Rock Festival abgesagt werden. Zuletzt kamen rund 200.000 Besucher ans Festivalgelände in Nickelsdorf. Es sei „natürlich sehr schade“, doch es handle sich um eine Situation, die man aufgrund der bestehenden Lage verstehe und „vollends“ mittrage, bestätigte Veranstalter Ewald Tatar.
Open Air St. Gallen: Noch offen

Die Vorbereitungen für das Open Air St.Gallen laufen weiter. Gemeinsam mit anderen Festivals wollen die Verantwortlichen die Lage in den nächsten Tagen analysieren und dann Entscheidungen treffen. Auf dem Progamm stehen u. a. Twenty One Pilots, Mando Diao und Placebo.
Rock am Ring / Rock im Park: Verboten!

In Deutschland werden Großveranstaltungen bis zum 31. August grundsätzlich untersagt. Daher werden deutsche Festivals wie Rock am Ring oder Rock im Park nicht stattfinden dürfen. Ein offizielles Statement vonseiten der Veranstalter steht noch aus. Vergangenes Jahr besuchten insgesamt 156.000 Menschen die Festivals am Nürburgring (Eifel) und in Nürnberg.