Fridays for Future: Wie der Streik trotz Corona weitergeht

Vorarlberg / 13.04.2020 • 16:02 Uhr
#netzstreikforfuture: Der Klimaprotest von Fridays for Future Vorarlberg hat sich ins Netz verlegt. <span class="copyright">AW</span>
#netzstreikforfuture: Der Klimaprotest von Fridays for Future Vorarlberg hat sich ins Netz verlegt. AW

Die freitäglichen Klimastreiks sind derzeit zwar nicht möglich, untätig sind die Jugendlichen trotzdem nicht.

Dornbirn Es ist ein gutes halbes Jahr her, dass Fridays for Future zum weltweiten Klimastreik aufgerufen hat. Weltweit folgten dem Aufruf der Umweltbewegung Hunderttausende Menschen. Auch in Bregenz waren damals 4000 – überwiegend jugendliche – Streikende unterwegs, um zu einer Kehrtwende in der Klimapolitik aufzurufen. Die Bilder davon muten heute, einen knappen Monat nach dem Shutdown durch die Coronakrise, ungewohnt an.

Auf Wissenschaft hören

„Die Frage, wie wir mit einer Krise umgehen, steht im Mittelpunkt“, sagt Gründungsmitglied Aaron Wölfling. Sowohl bei der Coronapandemie als auch bei der Erderhitzung gehe es darum, die Kurve abzuflachen und damit Menschenleben vor nicht unmittelbar sichtbaren Gefahren zu retten. „Es ist wichtig, dass die Krisen, sei es nun Corona- oder Klimakrise, nicht gegeneinander ausgespielt werden.“

Auch wenn der Streik, hier im September beim Earth Strike in Bregenz mit 4000 Teilnehmern, als wichtigstes Instrument  derzeit nicht möglich ist, ist die Klimabewegung nicht untätig. <span class="copyright">VN/Hartinger</span>
Auch wenn der Streik, hier im September beim Earth Strike in Bregenz mit 4000 Teilnehmern, als wichtigstes Instrument derzeit nicht möglich ist, ist die Klimabewegung nicht untätig. VN/Hartinger

Vor allem zwei Aspekte sieht die Fridays-for-Future-Bewegung als Lernmoment für den Umgang mit dem Klima: „Einerseits, dass Wissenschaftler stärker Gehör bei den Politikern finden. Es wäre wünschenswert, wenn im Kampf gegen die Erderhitzung mehr den Wissenschaftlern vertraut wird, die ja schon seit Jahrzehnten warnen“, betont Wölfling. „Andererseits die Solidarität unter den Menschen.“ Dies betreffe vor allem das Generationenthema: „Gerade jetzt müssen wir jüngere Menschen uns solidarisch zeigen und jenen unter die Arme greifen, die durch das Virus besonders gefährdet sind“, betont der Maturant und stellt fest: „Fridays for Future fordert seit eineinhalb Jahren Generationsgerechtigkeit. Denn es sind vor allem wir Jüngeren, die von den Folgen der Klimakrise betroffen sind, und wir wünschen uns die Solidarität der Älteren.“

Auch wenn der Streik als wichtigstes Instrument der Klimabewegung durch die Ausgangsbeschränkungen und Versammlungsverbote derzeit nicht möglich ist, bleiben die jungen Aktivisten von Fridays for Future Vorarlberg nicht untätig und rufen zum Beispiel online zur Nachbarschafschallenge auf. Aaron Wölfling gehe etwa für seine betagtere Nachbarin einkaufen. Und die freitäglichen Demos finden unter #NetzstreikfürsKlima auf eine andere Art als sonst im Netz statt.

Pandemie als Präzedenzfall

Wölfling sieht die Coronakrise als eine Art Präzedenzfall, wie man politisch und gesellschaftlich mit zukünftigen Krisen umgehen soll: „Die Coronapandemie beweist, dass wir als Gesellschaft Krisen ernst nehmen können. Wir erproben Fähigkeiten, die wir auch in der Bewältigung der Klimakrise brauchen werden“, betont Wölfling. Die Solidarität könne die Gesellschaft sozialer und widerstandsfähiger machen, ist er überzeugt.

Aaron Wölfling, Gründungsmitglied von Fridays for Future Vorarlberg: Coronakrise zeige, wie entschlossen Politik und Gesellschaft agieren können.
Aaron Wölfling, Gründungsmitglied von Fridays for Future Vorarlberg: Coronakrise zeige, wie entschlossen Politik und Gesellschaft agieren können.