Regeln für Smartphone und Co. entschärfen Familienkonflikte

Vorarlberg / 12.04.2020 • 12:00 Uhr
Regeln für Smartphone und Co. entschärfen Familienkonflikte
Eine Vereinbarung über die Online-Nutzungszeiten kann zu einer entspannteren Familiensituation beitragen. AP

Eltern sollten nicht vergessen, dass sie eine Vorbildwirkung bei der Nutzung digitaler Medien haben.

Götzis Die Corona-Krise stellt derzeit das familiäre Leben vor Herausforderungen. Viele Abläufe und gewohnte Tagesstrukturen wurden zum Erliegen gebracht. Kinder und Jugendliche gehen nicht mehr in den Kindergarten oder in die Schule. Sie haben häuslichen Unterricht und werden von einem oder beiden Elternteilen betreut.

Hinzu kommen geänderte Arbeitsbedingungen für die Erwachsenen. Viele sind entweder mit Arbeitslosigkeit, Kurzarbeit oder Homeoffice konfrontiert. „Außerdem kämpfen viele mit technischen Herausforderungen sowie teilweise fehlenden Rückzugsräumen zum Arbeiten“, umreißt Supro-Leiter Andreas Prenn die außergewöhnliche Situation. Ebenso fallen sämtliche Freizeitaktivitäten außerhalb der eigenen vier Wände weg. „Die Kinder und Jugendlichen können keine Freunde treffen, ihren Hobbys nicht nachgehen, nicht in ihre Vereine – also nirgends ihre Energie und ihren Dampf ablassen“, so der Stellenleiter der Supro.

„Eltern und Kinder sollten sich zusammensetzen und Regeln für digitale Medien aufstellen.“

Andreas Prenn, Supro-Stellenleiter

Strukturierter Tagesablauf

Wesentlich zur Entspannung aller trägt ein strukturierter Tagesablauf bei. Dazu gehören beispielsweise gemeinsame Familienessen. Eltern sollten ihren Kindern auch untertags Alternativen zur Freizeitgestaltung bieten. So ließe sich ein weiterer Konfliktherd innerhalb von Familien entschärfen: Der Dauergebrauch von Smartphones und Tablets durch Kinder und Jugendliche. Einerseits um mit Freunden zu kommunizieren, andererseits um mit Onlinespielen oder YouTube-Videos die Langeweile zu bekämpfen. „Hier bietet sich an, dass sich Eltern und Kinder zusammensetzen und die Regeln für digitale Medien festlegen. Das klappt durchaus schon mit sieben- bis achtjährigen Kindern“, weiß Prenn, dessen Team bei der Supro-Telefonberatung oft ratlose Eltern in der Leitung hat. Mit einer Vereinbarung könne die Familie ausmachen, wann und wo nicht gespielt wird.

Mit anderen Eltern absprechen

Auf das „Aber die anderen dürfen das auch“-Argument einiger Jugendlichen bietet der Experte eine einfache Lösung. „Einfach die anderen Eltern fragen, ob das ihre Kinder wirklich machen dürfen. Meist verweisen die Jugendlichen nur aufeinander.“ Im Gegenzug können die Eltern der befreundeten Jugendlichen gleich ausmachen, welches Spiel sie wann gemeinsam und wie lange online spielen dürfen. Diese Regeln müssen dann auch eingehalten werden. Ist abgemacht, dass beispielsweise die „Fortnite“-Runde um 21.30 Uhr beendet wird, können Eltern schon um 21.25 Uhr auf die Uhr zeigen und damit signalisieren, dass die Spielzeit gleich um ist.

Was den Umgang mit Smartphone, Tablets und Fernseher betrifft, sollten Eltern auf eines nicht vergessen: Sie haben Vorbildfunktion. „Vor allem in dieser Zeit sollten sie Gelassenheit vermitteln, Ruhe bewahren und die Ausnahmesituation nicht zu ernst nehmen“, so Prenn abschließend.