Während der Krise die Liebsten digital treffen


Kostenlose Messenger-Apps sorgen für eine bildstarke Verbindung.
Schwarzach Das neuartige Coronavirus beeinflusst das Leben jedes Einzelnen. Wegen Corona heißt es jetzt überall, die Sozialkontakte nach Möglichkeit einzuschränken. Digitale Angebote können helfen, in diesen Tagen nicht zu vereinsamen. Eine gute Möglichkeit, um in engem Kontakt mit der Familie und den Angehörigen zu bleiben, ist für ältere Menschen die Videotelefonie und der Video-Chat.
„Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder die gleiche App haben.“
Florian Rainer, GF Russmedia IT
Aus technischer Sicht genügt bereits ein Smartphone, ein Tablet oder ein Computer. Die meisten dieser Geräte haben Mikrofon und Kamera schon eingebaut. Eine weitere Voraussetzung für Videotelefonie ist, dass das Gerät mit dem Internet verbunden ist. Eine Anwendung oder App, zum Beispiel WhatsApp, ermöglicht Videoanrufe. Das nutzen viele Menschen schon, um Textnachrichten und lustige Videos zu versenden.
Gleiche App als Voraussetzung
„Wichtig ist, dass alle Familienmitglieder die gleiche App haben. Die verschiedenen Dienste sind untereinander nicht kompatibel“, erklärt Florian Rainer, Geschäftsführer von Russmedia IT und Ideefix. Diese Apps lassen sich ganz leicht herunterladen. Bei allen außer WhatsApp noch ein Nutzerkonto (Nutzername, Passwort) anlegen und dann kann es losgehen.
Einen Video-Chat zu starten, ist bei allen Anbietern einfach. Bei WhatsApp einfach die App öffnen und per Klick auf einen Namen einen Chat mit der Person auswählen, die man anrufen möchte. Dann auf das Kamerasymbol rechts oben (links vom Telefonhörer) tippen, schon wird der Video-Anruf gestartet. Wenn der Gesprächspartner annimmt, können Sie schon ein Videotelefonat führen. Wenn Sie einen Internettarif für Ihr Smartphone besitzen oder Ihr Gerät sich mit dem heimischen WLAN verbindet, sind die Videoanrufe kostenfrei. Bei kleinen Datenguthaben heißt es aufzupassen. „Ein Videotelefonat verursacht eine Menge Datenverkehr. Bis zu fünf Megabyte werden pro Minute übertragen, pro Stunde sind das bis zu 300 Megabyte (MB). So ist das Guthaben bald aufgebraucht“, weiß der IT-Profi.
Apps für Videotelefonie
Facetime:
Pro: Gute Ton- und Videoqualität, einfache Bedienung, bis zu 32 Teilnehmer möglich (je nach Endgerät).
Kontra: Läuft nur, wenn beide Teilnehmer ein Handy, Tablet oder Computer von Apple haben.
Facebook-Messenger:
Pro: Alle Facebook-Freunde sind dort vertreten. Auf vielen Geräten verfügbar. Bis zu 50 Personen in einem Videochat, aber man sieht nicht alle gleichzeitig.
Kontra: Teils schlechte Ton- und Videoqualität. Immer wieder Datenschutzprobleme.
Hangouts:
Pro: Ist auf allen Android-Geräten bereits installiert. Einfache Bedienung. Auf vielen Geräten verfügbar.
Kontra: Wird kaum benutzt – man findet also nicht so schnell einen Gesprächspartner.
WhatsApp:
Pro: Viele Nutzer. Bis zu vier Teilnehmer können beim Video-Chat mitmachen.
Kontra: Nutzung nur auf Smartphone und PC. Teils schlechte Videoqualität. Datenschutzschwierigkeiten beim Mutterkonzern Facebook.
Skype:
Pro: Sehr gute Ton- und Videoqualität. Praktisch auf allen Geräten verfügbar, auch auf TV, Smart Speaker und Spielkonsolen. Bis zu 25 Teilnehmer können dabei sein.
Kontra: Einrichtung am PC etwas umständlich.
Google Duo:
Pro: hohe Videoqualität. Auf Android-Geräten vorinstalliert. Erfreut sich in letzter Zeit großer Beliebtheit.
Kontra: Lässt keine Gruppenchats zu.
Zoom:
Pro: Wer sich gerne mit vielen Freunden oder Familienmitgliedern per Videochat treffen möchte, sollte sich Zoom genau anschauen. Unterstützt hochauflösende Videokonferenzen.
Kontra: Die Demoversion von “Zoom Cloud Meetings” beinhaltet jedoch nur persönliche Gespräche und Gruppenkonferenzen mit einem Zeitlimit von 40 Minuten.